Das Radioteleskop “Astropeiler Stockert” bei Bad Münstereifel ist weit mehr, als ein technisches Denkmal. Nach wie vor wird hier Grundlagenforschung betrieben, wie die nachfolgende Pressemitteilung belegt:
Der bisher hellste beobachtete „Fast Radio Burst“ liefert neue Erkenntnisse zum Ursprung dieses Phänomens
Ein Team internationaler Astronomen unter Beteiligung des Astropeiler Stockert hat einen der hellsten jemals registrierten schnellen Radioblitze (FRB) in einer nahegelegenen Galaxie lokalisiert. Der Fund und der Ort überraschten das Team und boten neue Einblicke in die Funktionsweise von FRBs, einem der größten Rätsel der Astrophysik.
FRBs sind starke, nur wenige tausendstel Sekunden lange Radioblitze aus dem Weltraum. Forscher vermuten, dass sie das Ergebnis extremer kosmischer Ereignisse sind, konnten bisher jedoch keinen genauen Ursprung bestimmen.
Das kanadische Radioteleskop „CHIME“ ist prädestiniert für die Entdeckung solcher Blitze. Dort wurde im März ein besonders starkes Ereignis aus der Richtung des Großen Wagens entdeckt. Dieses wurde als FRB 20250316A bezeichnet und liebevoll „RBFLOAT“ genannt (für „Radio Brightest FLash Of All Time“). Die Rolle des Astropeiler bestand darin, hier Nachfolge-Beobachtungen zu machen und die Daten der Forschergemeinschaft zur Verfügung zu stellen.
„Dieses Ergebnis markiert einen Wendepunkt: Anstatt diese mysteriösen Blitze nur zu registrieren, können wir nun genau sehen, woher sie kommen. Es öffnet die Tür zur Entdeckung, ob sie von sterbenden Sternen, exotischen magnetischen Objekten oder etwas anderem verursacht werden, an das wir bisher nicht gedacht haben“, sagte Amanda Cook, Postdoktorandin an der McGill University und Leiterin einer der beiden Begleitstudien.
„Wir sind erfreut und stolz darauf, dass wir mit unserem Teleskop einen Beitrag zu diesem bahnbrechenden Forschungen leisten konnten“, sagte Wolfgang Herrmann, wissenschaftlicher Leiter des Astropeiler Stockert.
Die hohe Auflösung des CHIME Teleskops einschließlich seiner „Outrigger“ (zusätzliche weiter entfernte Antennen) erlaubte eine einmalig präzise Lokalisierung innerhalb der Galaxie NGC4141 genau an einer Stelle, an der in Daten des James Webb Teleskops eine schwache Infrarotquelle zeigen. Diese Erkenntnis lässt einige der bisher favorisierten Theorien zum Ursprung von FRBs in einem neuen Licht erscheinen.
Zwei Veröffentlichungen zu diesem Ereignis sind nun in Astrophysical Journal Letters erschienen:
“FRB 20250316A: A Brilliant and Nearby One-Off Fast Radio Burst Localized to 13 parsec Precision” von Autoren der McGill Universität und vielen weiteren Institutionen, darunter der Astropeiler Stockert,
sowie
“James Webb Space Telescope Observations of the Nearby and Precisely-Localized FRB 20250316A”
unter Leitung von Peter Blanchard und Edo Berger vom Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian
Der Astropeiler Stockert ist im Eigentum der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und wird vom Astropeiler Stockert e.V. ehrenamtlich betrieben.



