NRW-Stiftung rettet Rarität aus dem 17. Jahrhundert

Bis zu 150.000 Euro für Restaurierung bemalter Holzbalkendecke

Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung (Vierter von links), übergab die Förderurkunde an Siegfried Thielen vom Förderverein Venne/Kirchenvorstand. Mit dabei (von links) Dietmar Panske (MdL), Sr. Gaby (Gemeinschaft Verbum Dei, Förderverein), Franz-Josef Welp (Kirchenvorstand), Norbert Brand (Kirchenvorstand), Andreas und Stefanie Wessel (Förderverein), Dr. Oliver Rothe (Pfarrer St. Laurentius), Heike Overbeck (Mitglied des Kirchenvorstands).

Ein malerisches Highlight der Renaissance kann man in der St.-Johannes-Kirche in Senden-Venne bewundern – die hier erhaltene bemalte Holzbalkendecke stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist in Westfalen eine echte Rarität. Dank der NRW-Stiftung ist die Restaurierung in Sicht: Die Stiftung stellt dem Förderverein Venne e. V. bis zu 130.000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich verdoppelt sie jeden vom Verein eingeworbenen Euro bis zu einer Gesamtsumme von 20.000 Euro. Bei einem Besuch in Venne am 08.05.2024 überreichte Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg die Förderurkunde an den Förderverein Venne rund um den Vorsitzenden Pfarrer Dr. Oliver Rothe.

„Die reich dekorierte Holzbalkendecke ist in Westfalen einzigartig und deshalb unbedingt erhaltenswert“, sagte Eckhard Uhlenberg. „Die Kirche ist außerdem ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen, die das benachbarte Naturschutzgebiet Venner Moor ansteuern.“ Die NRW-Stiftung würdige mit ihrer Förderung zudem das Engagement in Venne: „Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Bauerschaft bringen sich ehrenamtlich bei der Pflege und Unterhaltung der Kirche mit ein.“ Das Gotteshaus ist der Nachfolgebau einer Kapelle, die zu einer Isolierstation für Leprakranke des Magdalenen-Hospitals in Münster gehörte.

Die Bemalung der Holzdecke wurde 1965 unter einer Gipsschicht wiederentdeckt. Pilzbefall und Holzschädlinge haben den Balken zugesetzt. Zudem sind die Malereien durch Ruß und Staub verschmutzt und die Farbe löst sich zum Teil ab. Die Restaurierung soll die Decke langfristig erhalten und die Malerei sichtbarer machen.

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 mehr als 3.700 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt über 315 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im Podcast „Förderbande“.