Kreis Siegen-Wittgenstein: Ein Wald wird digital erlebbar und liefert spannende Daten und Fakten aufs Smartphone – diese Idee ist seit einigen Jahren im Kreis Siegen-Wittgenstein Realität. Nun will die Biologische Station Siegen-Wittgenstein e. V. das Projekt „Natur digital begreifen 2.0“ in weitere wertvolle Lebensräume im Kreisgebiet ausdehnen. Die NRW-Stiftung stellt dafür bis zu 226.000 Euro zur Verfügung. Bei einem Termin in Siegen überreichten die Regionalbotschafterin und der Regionalbotschafter Christiane Stötzel-Ditsche und Reimund Ditsche die Förderurkunde an den Verein.
„Das Projekt verbindet Umweltbildung, Forschung und praxisnahe Naturschutzarbeit auf vorbildliche Weise. Es richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, wird aber auch in der Hochschullehre sowie in weiteren Bildungsangeboten genutzt. Dadurch ist eine fachlich fundierte Umsetzung gewährleistet und eine breite Wirkung möglich“, sagten Christiane Stötzel-Ditsche und Reimund Ditsche.
Bislang liefert „Natur digital begreifen“ spannende Informationen aus dem Siegener Tiergarten und dem Mischebachtal bei Burbach: So schicken beispielsweise Sensoren Daten zum Saftfluss und Stammumfang von „twitternden Bäumen“ in Echtzeit aufs Smartphone, Fotos einer Wildtierkamera sind zu sehen und Mikrofone in Totholz machen die Aktivitäten der Insekten darin hörbar. Nun soll es fünf weitere Module geben – auf Stiftungsflächen in der Trupbacher Heide und auf dem Grubengelände in Kreuztal-Littfeld. Sie behandeln die Themen „Lebensraum Wasser“, „Gewässerentwicklung“, „Amphibienwelten“, „Nachtleben“ und „Lebensraum Wiese“. Die bestehenden Module „Twittering Trees“, „Fledermäuse“, „Vogelperspektive“ und „Tiere vor der Kamera“ werden zudem ergänzt und weiterentwickelt.
Die Kombination aus Digitalisierung, Echtzeitdaten, KI-gestütztem Monitoring und Umweltbildung stellt einen neuartigen, innovativen Ansatz in der Naturschutzvermittlung dar. Schilder an den Projektstandorten führen Besuchende zu den entsprechenden Informationen im Internet, so dass das Naturerlebnis unmittelbar mit einem Ausflug in die digitale Welt verbunden wird.
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 fast 4.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt rund 340 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW, aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im Podcast „Förderbande“.



