Gelsenkirchen: Auf ehemaligen Zechen- und Industrieflächen sind im Ruhrgebiet einzigartige Lebensräume entstanden. Um diese besondere Verbindung von Natur, Geschichte und Stadtentwicklung sichtbar zu gestalten, fördert die NRW-Stiftung die neue Exponat- und Bildungsfläche der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet im Nordsternpark Gelsenkirchen mit 92.000 Euro. Bei einem Besuch in Gelsenkirchen überreichte Dr. Ute Röder, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, die Förderurkunde.
„Das Ruhrgebiet steht wie kaum eine andere Region für die tiefgreifenden Eingriffe des Menschen in Natur und Landschaft. Umso wichtiger ist es, die Chancen zu nutzen, die sich aus der Renaturierung und der natürlichen Entwicklung dieser Flächen ergeben. Dort, wo sich wertvolle Lebensräume neu gebildet haben oder die Natur sich selbst Flächen zurückerobert hat, gilt es, diese dauerhaft zu schützen und weiterzuentwickeln. Mit der Förderung machen wir diese besonderen Orte erlebbar und stärken zugleich das Bewusstsein dafür, wie wichtig ihr Erhalt für den Natur- und Artenschutz ist“, sagte Dr. Ute Röder.
Im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 Ruhrgebiet entsteht im Nordsternpark eine Fläche, die die Entwicklung der sogenannten Industrienatur näherbringt. Typische Materialien ehemaliger Industrieflächen wie Schlacke, Bergematerial und Rohboden werden mit charakteristischen Pflanzen, künstlerischen Elementen und Informationsangeboten verbunden. Führungen, Workshops und Umweltbildungsangebote vermitteln, wie Natur auf ehemaligen Industrieflächen neue Lebensräume schafft. Ein Pavillon dient als zentraler Informations- und Begegnungsort.
Auch nach der IGA 2027 bleibt die Fläche als Lern-, Naturerlebnis- und Begegnungsort erhalten. Durch die Einbindung von Ehrenamtlichen stärkt das Projekt die Verbindung zwischen der Öffentlichkeit und dem Standort und trägt dazu bei, die Bedeutung von Biodiversität und Naturschutz im urbanen Raum langfristig sichtbar zu machen.
„Industrienatur gehört zum Ruhrgebiet und ist deshalb auch ein wichtiges Thema der IGA 2027. Gerade hier im Zukunftsgarten Gelsenkirchen wird sichtbar, wie eng die Geschichte unserer Region, der Wandel der Landschaft und die Natur miteinander verbunden sind. Umso mehr freuen wir uns über die Unterstützung der NRW-Stiftung und die Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet. Besonders wichtig ist uns, dass dieser Ausstellungsbeitrag über 2027 hinaus erhalten bleibt. Genau das wollen wir mit der IGA erreichen: heute etwas schaffen, das auch morgen noch einen Wert für die Region und die Menschen hat“, sagte Horst Fischer, Geschäftsführer der IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH.
Unter dem Motto: „Wie wollen wir morgen leben?“ präsentiert die Internationale Gartenausstellung 2027 auf internationaler Bühne und in drei Ebenen innovative Lösungsideen für Zukunftsfragen der Grünen Infrastruktur und der Stadtentwicklung in Metropolregionen. Die Ebene der ZUKUNFTSGÄRTEN bietet daneben auch die Kulisse für die Präsentationen des Garten- und Landschaftsbaus und der Pflanzenproduktion. Kommunen zeigen auf der Ebene UNSERE GÄRTEN die grünen Schätze der Region. Die Ebene MEIN GARTEN gibt den Bürgerinnen und Bürgern Raum sich zu beteiligen mit privaten Initiativen und Kooperationen. Die IGA 2027 mit rund 6.000 Veranstaltungen findet vom 23. April bis 17. Oktober 2027 erstmals in einer gesamten Metropolregion statt. Insgesamt werden rund 3,1 Millionen Besuche erwartet.
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 fast 4.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt rund 340 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW, aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im Podcast „Förderbande“.



