Köln: Mehr als 120 Jahre lang waren die Dominikaner im Belgischen Viertel in Köln ansässig – die gelb verputzte Kirche und das rot verklinkerte Konventsgebäude prägen noch heute die Lindenstraße. 2022 gab der Orden die Gebäude auf. Künftig wird das „Theater der Keller“ das Gotteshaus neu mit Leben füllen. Die NRW-Stiftung fördert das Vorhaben mit bis zu 300.000 Euro. Bei einem Besuch vor Ort am 15.09.2026 überreichte Vizepräsidentin Barbara Schock-Werner die Förderurkunde an den Theaterverein.
„Der Verein sichert durch sein Engagement den Fortbestand des denkmalgeschützten Gebäudes und bietet dort künftig eine einzigartige Kulisse für Theater, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen“, so Barbara Schock-Werner. Konkret ist geplant, in die Kirche zwei Theatersäle einzubauen – einen im Hauptschiff und einen weiteren im ehemaligen Altarraum. Der größere von beiden erhält eine feste Bestuhlung für 140 Zuschauende, der zweite kann für maximal 100 Gäste variabel genutzt werden. Die Veranstaltungssäle werden nach dem Umbau barrierefrei erreichbar sein und mit moderner Veranstaltungstechnik ausgestattet. Insgesamt soll baulich so wenig wie möglich und nur so viel wie notwendig verändert werden, um die Struktur und besondere Atmosphäre des ehemaligen Sakralbaus zu erhalten.
Das Theater der Keller ist seit mehr als 70 Jahren ein fester Bestandteil der freien Theaterszene in Köln. Die angeschlossene Schauspielschule ist eine der ältesten privaten Schulen für Schauspielausbildung in Deutschland. Das Theater war in den vergangenen sieben Jahren im Kulturzentrum TanzFaktur im Stadtteil Deutz ansässig – davor 45 Jahre in der Südstadt. Gegründet wurde es 1955 in einem ehemaligen Luftschutzbunker in Lindenthal – daher der Name. Es widmet sich aktuellen, gesellschaftspolitischen Themen, die in selbst entwickelten Stücken sowie zahlreichen Ur- und Erstaufführungen umgesetzt werden.
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 fast 4.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt rund 340 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW, aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im Podcast „Förderbande“.



