Mit Beharrlichkeit für den Schutz der Natur

Das Projekt „Landkauf im Unnaer Osten“ hat in über 30 Jahren enorme Flächen für den Schutz von Tieren und Pflanzen gesichert. Es lebt von Ehrenamtlichen wie Karl-Heinz-Albrecht.

Einen Baum pflanzen — das gilt als traditionelle Errungenschaft in einem Menschenleben. Dieses Ziel hätte Karl-Heinz Albrecht schon längst hundertfach erreicht. Und während der durchschnittliche Hausbesitzer seinem Bäumchen wohl auf wenigen Hundert Quadratmetern Land im eigenen Garten beim Wachsen zuschaut, kann Karl-Heinz Albrecht recht zufrieden auf das Tausendfache dieser Fläche blicken. Es sind inzwischen 333.245 Quadratmeter, die durch die Initiative des Mühlhauseners und seiner Mitstreiter zu wertvollen Flächen für den Naturschutz geworden sind. Das geht jetzt schon etwas mehr als 30 Jahre so. „Und natürlich geht es weiter“, sagt Albrecht.

 

 

 

 

»Wir sind stolz auf unser Käuzchenrevier«

Der Kreisverband Unna des Naturschutzbunds NABU und der Verein für Heimat und Natur Mühlhausen-Uelzen hatten diese Stiftung 1988 gegründet. Seitdem kauft sie im Osten Unnas immer wieder kleine und große Landparzellen in der Uelzener Heide, der Mühlhauser Mark, nördlich des Stadtteils Lünern und in den Hemmerder Wiesen. Das jüngste Stück Land, das Käuzchenrevier, wurde vor einem Jahr in Hemmerde gekauft — „Da sind wir ganz stolz drauf“, sagt Albrecht.

Der inzwischen 83-Jährige musste sich zu Jahresbeginn etwas mehr um seine Gesundheit kümmern als um den Landkauf, er war aber schnell wieder auf dem Damm, sagt Albrecht. So konnte er kurz darauf voller Freude dem Unnaer Wolfgang Papenberg zeigen, was durch dessen Spende möglich ist. Papenberg ist Mitgesellschafter der Firma Part GmbH. „Part“steht für „Professional Assault Response Training“. Die Firma schult Mitarbeiter in Seniorenheimen, in der Jugendhilfe oder im Gesundheitswesen, um gegenüber Gewalt richtig zu reagieren. Und sie hat ein Herz für den Naturschutz: Zu Weihnachten 2018 hatte das Unternehmen wieder Spenden gesammelt.

Die 9.000 Quadratmeter werden von einer landwirtschaftlichen Fläche umgewandelt in eine extensive Mähwiese, die ohne Dünger auskommt. Zusammen mit dem Wald daneben ist dieses Grünland nun ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Zahlreiche Tiere

Kaufen, Stilllegen und Renaturieren: So geht die Landkauf-Initiative seit ihrem Beginn vor, und teils helfen Albrecht und Co. der Natur mit viel Aufwand auf die Beine. So legte seine Initiative in den 1980er- und 1990er-Jahren im Unnaer Osten 13 Teiche an. Der größte, am Storksbachbruch in Mühlhausen, zeichnet sich durch einen großen Schilfbestand aus und ist damit eine gute Grundlage unter anderem für Vögel, die hier ihre Nester bauen.

Landkauf in Unna
  • gegründet 1988
  • mehr als 300.000 m² Fläche
  • 13 Teiche angelegt
  • rund 1.300 Einzelspenden

MEHR ERFAHREN

Viele Spenden fließen in den großen Topf der Stiftung, die davon Flächen kauft. Über 1.300 Einzelspenden sind seit 1988 eingegangen. Eine der aktuellsten stammt von einem artverwandten Verein: Die Trägergesellschaft, die ein Bürgerwindrad in der Nähe betrieb, löste sich auf und spendete den Restbetrag von ihrem Konto. Wie alle anderen Spender erhielt auch diese Gesellschaft eine liebevoll erstellte Stiftungsurkunde von Karl-Heinz Albrecht. Ebenso korrekt wie handschriftlich führt Albrecht auch Karten, in denen die Naturschutzflächen eingezeichnet sind. Die vielen Karten sind in den unzähligen Aktenordnern, die bei ihm zu Hause eine ganze Regalwand füllen. Dort bewahrt er auch die Fotos auf, mit denen er jede Ecke „seines Reviers“ dokumentiert hat. Und die Auszeichnungen, von denen er nicht wenige hat.

Mit öffentlichem Geld

Spenden und Beiträge der NABU-Mitglieder haben seit 1988 einen Geldbetrag von über 270.000 Euro erbracht. Darin sind auch zahlreiche Spenden der Stadt Unna enthalten. Hinzu kommen erhebliche Landesmittel und Gelder der NRW-Stiftung, sodass insgesamt der Kauf von Land möglich geworden ist, das so groß ist wie 46 Fußballplätze. Wie viel genau welche Ecke gekostet hat, das verrät Karl-Heinz Albrecht nicht, so erfahren und diskret ist er. Auch die nächste Fläche, die er ins Auge gefasst hat, gibt der gelernte Ingenieur noch nicht preis, solange die Tinte unter dem Vertrag nicht trocken ist. Aber es sei wieder etwas in Planung, sagt er verschmitzt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 2-2019 unseres Stiftungsmagazins NRW Natur-Heimat-Kultur.

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