Eine besondere Waldgesellschaft
Naturschutzgebiet Rinnenberg in Extertal

Das 53 Hektar große Naturschutzgebiet Rinnenberg liegt in der Gemeinde Extertal bei Bremke im nordöstlichen Kreis Lippe. Der markante Berg erreicht eine Höhe von 201 Metern. Das Schutzgebiet ist geprägt von wärmeliebenden Eichen-Hainbuchenwäldern, die durch jahrhundertelange Niederwaldwirtschaft bis in die 1940er Jahre entstanden sind. An den west- und südexponierten Steilhängen wachsen Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder mit einem außergewöhnlich hohen Anteil der seltenen Elsbeere sowie weiteren wärmeliebenden Arten wie Maiglöckchen, Schwalbenwurz und Fingersegge.
Der Rinnenberg beherbergt das größte Elsbeer-Vorkommen des Weserberglandes und liegt unmittelbar an der nordwestlichen Arealgrenze dieser Art auf dem europäischen Festland. Die licht- und wärmeliebende Elsbeere ist durch Ausdunkelung stark gefährdet, da sie ohne die traditionelle Niederwaldnutzung von anderen Baumarten verdrängt wird. Seit 1999/2000 wurde nach fast 70-jähriger Pause die Niederwaldnutzung auf 0,6 Hektar in vier Schlagbereichen wiederaufgenommen. 2016 begann die erste Folgepflege. Diese Maßnahmen sind essentiell für den langfristigen Erhalt der gefährdeten Elsbeere.
Hasel, Hainbuche und Eiche dominieren
Der Niederwald war bis in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein die dominierende Form der Waldbewirtschaftung. Hier wurde alle 10 bis 20 Jahre Holz für Brennholz oder Holzkohle geschlagen. Die gefällten Bäume trieben aus dem Wurzelbereich wieder aus, wodurch sich besonders ausschlagfähige Arten wie Hasel, Hainbuche und Eiche durchsetzten. 1925 gab es in Westfalen und Lippe noch 110.000 Hektar Niederwald. Mit Steinkohle und Erdöl verschwand der Brennholzbedarf und fast alle Niederwälder wurden in Hochwälder umgewandelt. Nur wenige Reste blieben erhalten, die ohne Nutzung ihren charakteristischen Charakter verlieren.
Am Rinnenberg erfolgte zur Wiederherstellung des Niederwaldes im Jahr 2024 eine Gehölzentnahme auf 1500 Quadratmetern, bei der Stockausschläge von Buche, Eiche und Hasel entfernt wurden. Einzelne Eichen und natürlich die Elsbeeren blieben dabei geschont. Zwischen 2000 und 2003 errichtete und zwischenzeitlich nicht mehr erforderliche Wildschutzzäune mit einer Gesamtlänge von 525 Metern wurden zurückgebaut und der Metallschrott fachgerecht entsorgt, wobei der schwer zugängliche Arbeitsbereich eine Überwindung von 60 Höhenmetern erforderte.
Stand der Angaben: Jahresbericht 2024 | Text: Thomas Krumenacker
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung ist im Naturschutzgebiet Rinnenberg im Besitz von rund 18 Hektar Naturschutzflächen. Gebietspartner ist der NABU Kreisverband Lippe e. V. Er erhielt im Jahr 2024 eine Projektförderung für die Niederwaldbewirtschaftung.
Standort
Naturschutzgebiet RinnenbergNähe Bremker Str.
32699 Extertal
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