Ein Korridor für Laubfrosch und Co.
Naturschutzgebiet Brink in Coesfeld

Das Naturschutzgebiet Brink im Kreis Coesfeld ist eines der wichtigsten Refugien für bedrohte Amphibien wie den Laubfrosch in Nordrhein-Westfalen. Die ehemalige Tongrube mit vielen Kleingewässern und einem Mosaik aus angrenzendem Grünland, Weidengebüschen, Seggenrieden und Hochstaudenfluren machen diesen Teil der münsterländischen Kulturlandschaft zu einem einzigartigen Amphibien-Eldorado.
Während der Balzzeit in lauen Frühsommernächten lässt sich hier wie an wenigen anderen Orten im Land das eindrucksvolle Konzert der Laubfrosch-Männchen erleben. Neben dem in NRW stark bedrohten Laubfrosch finden hier auch Arten wie Grünfrosch sowie Kamm- und Bergmolch optimale Lebensbedingungen. Auch mehr als 30 Libellenarten, viele auf Feuchtgrünland spezialisierte Pflanzen und seltene Vogelarten finden hier Raum zum Leben und unterstreichen den ökologischen Wert des Schutzgebietes.
Austausch zwischen Habitaten
Zuletzt setzte der Erwerb einer weiteren, knapp fünf Hektar großen Fläche einen weiteren Meilenstein im regionalen Naturschutz. Die bislang überwiegend als Acker genutzte Fläche soll künftig wie bereits heute die angrenzenden Wiesen als extensives Weideland genutzt werden. Damit entsteht ein Biotopkorridor – ein ökologischer Trittstein – zwischen den bereits naturnahen Flächen, der Laubfrösche und vielen anderen Arten den Austausch zwischen den bislang voneinander isolierten Habitaten ermöglicht.
Rinder als Landschaftspfleger
Als Bindeglieder zwischen fragmentierten Lebensräumen in der stark durch menschliche Nutzung geprägten Agrarlandschaft spielen Biotopkorridore eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt. Sie ermöglichen den Austausch zwischen ansonsten isolierten Populationen und verhindern damit eine genetische Verarmung der lokalen Bestände, die bis zum Erlöschen einer ganzen Population führen kann.
Im NSG Brink ist die neue Korridorfläche das bislang fehlende Bindeglied zwischen den beiden Teilflächen „Wölbacker“ im Süden und „Tongrube Brink“ im Norden. Die Korridorfläche liegt eingebettet zwischen naturnahem Wald im Osten und extensivem Grünland im Westen und bietet damit ideale Voraussetzungen, um sich rasch zu einem neuen Lebensraum mit hoher Artenvielfalt entwickeln zu können.
Die Umwandlung des bisherigen Ackers in extensiv genutztes Grünland steht im Mittelpunkt der geplanten Entwicklungsmaßnahmen. Die bewährte Weidenutzung mit Rindern soll dazu auf die neue Fläche ausgeweitet werden. Zusätzlich werden Kleingewässer für Amphibien und Wasserinsekten angelegt, um die Strukturvielfalt weiter zu erhöhen. Von der geplanten Bepflanzung mit dornenreichen Gebüschen sollen seltene Vogelarten wie Neuntöter und Nachtigall profitieren, deren noch kleine Brutbestände durch die Maßnahmen gestärkt werden sollen.
Stand der Angaben: Jahresbericht 2024 | Text: Thomas Krumenacker
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung ist im Naturschutzgebiet Brink im Besitz von rund 21 Hektar Flächen. Deren Betreuung hat der NABU Kreisverband Coesfeld übernommen. Der jüngste Erwerb einer wichtigen Korridorfläche wurde auch durch eine großzügige Spende an den Förderverein der NRW-Stiftung ermöglicht.
Standort
Naturschutzgebiet BrinkBrink
48653 Coesfeld
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