Das Erbe des Tropenmeeres

Magerweiden im Glockengrund bei Marsberg

Seltene Blütenpflanzen bilden im Naturschutzgebiet Glockengrund einen dichten Blumenteppich – ideal für Insekten und Wildtiere. Die Grundlage für die Artenvielfalt in Udorf, einem Ortsteil südlich von Marsberg an der Grenze zu Hessen, bildet der Kalkmagerrasen. Vor rund 200 Millionen Jahren entstanden die Gesteine dieser Landschaft als Boden eines tropischen Meeres, in dem Muscheln und Schalentiere lebten. Aus ihren kalkhaltigen Gehäusen entwickelte sich unter großem Druck der Zechsteinkalkstein.

Nach dem Austrocknen des Meeres verwitterte die Oberfläche zu steinigen, flachgründigen Braunerden, auf denen heute die Pflanzenwelt des Glockengrundes wächst. Durch die Landwirtschaft bildete sich eine besondere Graslandschaft: Vor über 1000 Jahren rodeten Siedler für ihre Schaf- und Viehherden die Wälder, die auf den Hügeln herangewachsen waren. Später wurde an gleicher Stelle Getreide angebaut, bis die Erträge zurückgingen und der Acker Grasflächen wich.

Auf Anregung des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V. kauften die NRW-Stiftung und das Land NRW 80 Hektar Land in diesem Gebiet, um die Landschaft als Zeugnis alter bäuerlicher Wirtschaftsformen und als Heimat vieler Tiere und Pflanzen zu erhalten. Das Naturschutzgebiet wird heute vom Verein in Zusammenarbeit mit einer Schäferei betreut.

Rund 800 Schafe einer seltenen Landschafrasse verhindern, dass die artenreichen Magerrasen mit Büschen und Bäumen zuwachsen. Somit finden mehr als 40 Pflanzenarten, die auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen verzeichnet sind, im Glockengrund einen Lebensraum.

Unser Engagement

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung und das Land NRW haben große Teile des Naturschutzgebietes „Glockengrund“ gekauft, damit es als Natur- und Kulturerbe erhalten bleibt. Der Verein für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis (VNV) betreut das Gebiet ehrenamtlich.


NSG Glockengrund
Glockengrund
34431 Marsberg

Bei Google Maps anzeigen (extern)