Geschichte im Regal

Informations- und Begegnungszentrum Fürst Leopold Dorsten

2018 endete der Steinkohlebergbau in Deutschland, dessen Spuren besonders in NRW vielerorts zu finden sind, zum Beispiel in Dorsten-Hervest. Hier am Nordrand des Ruhrgebiets nahm 1913 das Bergwerk Fürst Leopold die Kohleförderung auf, das bis 2001 arbeitete. Zur Bewahrung der Dorstener Bergbaugeschichte wurde 2003 der „Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten“ gegründet. Er nutzt die Maschinenhalle der Zeche als Informations- und Begegnungszentrum und entwickelte 2012 ein Ausstellungskonzept für den Ort mit seinen historischen Dampfmaschinen. Dafür gab es 2014 beim Wettbewerb des Geschichtsforums Ruhr einen Förderpreis. 2017 wurde eine besonders ungewöhnliche Idee realisiert – das „Leopold-Regal“.

Begriff „Regal“ wörtlich genommen

Der Name der Dorstener Zeche erinnert an Leopold zu Salm-Salm (1838-1908), dem seinerzeit das Bergregal in der Gegend zustand – wobei unter „Regal“ in diesem Fall ein juristischer Begriff für das Verfügungsrecht über die Bodenschätze zu verstehen ist. In der Maschinenhalle hat man den Ausdruck aber auch im geläufigen Sinne wörtlich genommen: Ein rund neun Meter hohes und zehn Tonnen schweres Riesenregal präsentiert hier mehr als dreißig Objekte.

Über die großen Räder, die Seilscheiben, liefen die Seile, an denen der Förderkorb befestigt war.

Eine der beiden Dampffördermaschinen, die der Förderverein saniert hat.

Außenansicht der Maschinenhalle – heute Informations- und Begegnungszentrum.

Vom Gartenzwerg über das Grubenfahrrad bis hin zum Grubenwehr-Helm symbolisieren die Exponate Aspekte der Bergbaugeschichte: Arbeit, Siedlung, Migration und mehr. Besonders eindrucksvoll ist ein mächtiger Kohlebrocken, der lange als Altar gedient hatte. Infos gibt es per Touchscreen. Die Ausstellung setzt auch sonst auf multimediale Erlebnisse. So kann man sich in der ehemaligen Kabine des Fördermaschinisten per Hörstation in die akustische Umgebung einer aktiven Zeche versetzen lassen. Eine Empore dient als Informations-, Lern- und Veranstaltungsort mit moderner Medientechnik.

Unser Engagement 
Die NRW-Stiftung half dem Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten e. V. bei der Sanierung der Zwillingsdampffördermaschine der Zeche Fürst Leopold und beim „Leopold-Regal“.


Das Projekt „ehemalige Zeche Fürst Leopold“ in unserem Förderbande-Podcast

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Standort

Informations- und Begegnungszentrum Fürst Leopold
Fürst-Leopold-Allee 3
46284 Dorsten
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