Himmlische Ringkugel
Die Armillarsphäre des Caspar Vopelius in Medebach

Als das Städtische Museum Medebach 1998 das Angebot bekam, eine kostbare Armillarsphäre aus dem Jahr 1546 zu erwerben, da handelte es sich um einen wahrhaft himmlischen Glücksfall. Denn der Schöpfer des Himmelsmodells – der 1511 geborene Caspar Vopelius – stammte selbst aus Medebach. Als Astronom und Kartograf gehörte er zu den großen Meistern des 16. Jahrhunderts.
Ein „wohlerfahrener Geograf“
Eigentlich hieß Vopelius schlicht Vopel oder Vöpell. Doch wie viele Gelehrte seiner Zeit benutzte er seinen Namen gern in einer gebildeten, lateinischen Form. Darüber vergaß er aber nie seine Herkunft, sondern unterschrieb oft als „Caspar Vopelius Medebach“. Seinen Geburtsort, der damals zum Herrschaftsgebiet der Erzbischöfe von Köln gehörte, trug er auch in eine seiner Europakarten ein. Nachdem er als junger Mann zum Studium nach Köln gegangen war, brachte er es dort 1532 nicht nur zum Mathematikprofessor, er erwarb sich auch Ansehen als „kunstreicher und wohlerfahrener Geograf“. Er konnte das Bürgerrecht gewinnen, ein Haus kaufen und die Tochter eines Buchdruckers heiraten.
Neben seinen kartografischen Werken, darunter eine bedeutende Rheinkarte von 1555, schuf Vopelius auch mehrere Armillarsphären, die Astronomie und Kunsthandwerk eindrucksvoll verbinden. Armillarsphäre bedeutet wörtlich so viel wie Ringkugel, was die Sache ziemlich exakt trifft. Im Mittelpunkt des Medebacher Exemplars steht die Erde, die umlaufenden Ringe stellen nicht etwa Planetenbahnen, sondern die wichtigsten Himmelskreise dar. Man sieht zum Beispiel den Lauf der Sonne binnen eines Jahres durch die zwölf Sternbilder des Tierkreises – Fachleute sprechen von der „Ekliptik“. Kurz gesagt: Die Armillarsphäre versucht den Himmel so zu zeigen, wie er sich Beobachtern im Mittelpunkt des Modells, sprich: auf der Erde, präsentieren würde.
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung kaufte die Armillarsphäre des Astronomen Caspar Vopelius (1511-1561) auf Anregung des „Heimat- und Geschichtsvereins Medebach e.V.“ Das Instrument wird heute im Städtischen Museum Medebach gezeigt.
Standort
Armillarsphäre des Caspar VopeliusOberstraße 26
59964 Medebach
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