Landmarke mit neuer Kappe

Schriefersmühle in Mönchengladbach

Sie liegt zwar an einer der am stärksten befahrenen Straßen der Region, der B 57 zwischen Mönchengladbach und Erkelenz  – doch vorbeifahrende Autofahrerinnen und Autofahrer ließen die Schriefersmühle jahrzehntelang links oder auch rechts liegen. Zum Anhalten animierte zwar die direkt benachbarte Tankstelle, aber das markte Gebäude daneben fristete ein Schattendasein. Als Relikt einer längst vergangenen Handwerkskunst stand die Mühle leer und war dem Verfall preisgegeben. Das änderte sich dank eines engagierten Fördervereins ab den 2010er-Jahren.

Das Ziel: das seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Gebäude sichern, sanieren und überhaupt wieder als Windmühle erkennbar machen. Denn seit in den 1920er-Jahren der Betrieb eingestellt und die Mühlenkappe samt Flügeln abgebaut worden war, stand die Mühle „oben ohne“ da. Am Ende des Zweiten Weltkriegs geriet sie dann während des Vormarschs der Alliierten in der Region auch noch in Brand. Übrig blieb eine Ruine, die nur noch aus den Grundmauern des Mühlenturms bestand. Der Mühlenstumpf ohne Dach prägte jahrzehntelang die Landschaft, Ende der 1970er-Jahre erhielt die Schriefersmühle immerhin ein Notdach. Der Verfall wurde dadurch allerdings nur verzögert, nicht aufgehalten – zu Beginn des neuen Jahrtausends galt das Denkmal sogar als einsturzgefährdet.

Oben an der Mühle prangen die Jahreszahlen der Erbauung und der Rekonstruktion der Mühlenkappe.

Die Mühlenflügel sitzen an der Mühlenwelle, die jedoch arretiert ist, da es kein Mahlwerk mehr gibt.

Ein großer Kran brachte im Jahr 2019 die Mühlenflügel an.

Ein Durchfahrtholländer

So darf es nicht weitergehen – das sagten sich Menschen aus der Region, die ab 2011 schließlich die nötigen Gelder für eine Sanierung einsammeln konnten. Kurz darauf konnten die Arbeiten starten und bald war die Mühle von innen und außen grundlegend renoviert. Was noch ausstand, war die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. 2019 wurde deshalb eine Mühlenkappe samt daran befestigter Flügel installiert. Drehbar ist diese allerdings nicht und auch die Flügel bleiben starr – denn die Mühlentechnik war durch Brand und Verfall unwiederbringlich verloren gegangen. Hier eine Schaumühle einzurichten und tatsächlich wieder Mehl zu mahlen, war also ohnehin keine Option mehr.

Stattdessen entschied sich der Förderverein dafür, die Mühle für kulturelle Zwecke zu nutzen. Als Vertreterin des Typs „Durchfahrtholländer“ verfügt sie über große Torbögen an der Vorder- und Rückseite, über die Besucherinnen und Besucher gut hinein und hinaus kommen. Hier fuhren früher Pferdefuhrwerke ein und aus, um ihr Getreide direkt neben dem Mahlwerk abzuladen und im Gegenzug Mehlsäcke aufzunehmen. Heute bieten die Öffnungen Zugang zu Ausstellungen, Musikveranstaltungen oder Lesungen. Und auch die eine oder andere Feier findet hier statt. Statt dem „rauschenden Bach“ gibt es in der Schriefersmühle also das eine oder andere rauschende Fest – und das auch noch an der vom Verkehr rauschenden B 57.

Stand der Angaben: November 2025

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung unterstützte den Förderverein Schriefersmühle e. V. beim Innenausbau der Mühle zur Nutzung als Kulturort, bei der Rekonstruktion der Mühlenkappe sowie bei der Sanierung des Zugangsbereiches.


Standort

Schriefersmühle
Schriefersmühle 25
41179 Mönchengladbach
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