Museum statt Abriss

Das Schmarotzerhaus in Menden

Die eigenen vier Wände weiß man zu schätzen, doch preiswerter wäre es, mit drei Wänden auszukommen. Ein kleines Fachwerkhaus im sauerländischen Menden zeigt, wie es geht: Als es um 1710 erbaut wurde, nutzte es einfach die Stadtmauer als Rückseite. Schmarotzerhaus wird es deswegen liebevoll-spöttisch genannt. 2009 erklärte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe es aufgrund der beispielhaften Sanierung zum Denkmal des Monats. Es beherbergt als Außenstelle des Stadtmuseums Menden eine Ausstellung, die 2018 frisch überarbeitet wurde.

Einzigartiger Gebäudetyp

Einsturzgefährdet, unbewohnt, vom Schwamm zerfressen – 1986 wurde das Schmarotzerhaus zwar unter Denkmalschutz gestellt, weil es einen Gebäudetyp repräsentierte, der anderswo meist längst zum Opfer von Umbau oder gar Abriss geworden war. Die wirkliche Rettung für das darbende Bauwerk nahte aber erst, als der Mendener Bürger Peter Hoppe 2007 in seiner Stadt die „Stiftung Denkmal und Kultur“ gründete. Er überzeugte die Stadtväter davon, dem Schmarotzerhaus als Standort eines kleinen Museums eine neue Zukunft zu geben.

2009 feierte das restaurierte Haus Eröffnung, zu der auch ein Ehepaar aus Dortmund kam, das in den 1940er-Jahren für zwanzig Mark Miete in dem winzigen Gebäude gewohnt hatte. Es veranschaulicht uns Wohn- und Arbeitsverhältnisse, unter denen ärmere Bevölkerungsschichten nicht selten noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten. Die Menschen in dem Haus führten alles andere als ein Schmarotzerleben, sie mussten zumeist als Handwerker für ihren Lebensunterhalt schwer arbeiten. Seit 2018 zeigt die Ausstellung die Lebensbedingungen eines Nadlers aus der Zeit um 1840 mit Werkstatt, Möbeln und Hausgerät.

Unser Engagement
Mithilfe der NRW-Stiftung und weiterer Förderer konnte die Mendener „Stiftung Denkmal und Kultur“ das „Schmarotzerhaus“ von etwa 1710 restaurieren und als Museum einrichten.


Schmarotzerhaus
An der Stadtmauer 5
58706 Menden

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