Altes Haus neu gedacht

Naturhaus Seebend in Monschau-Höfen

Jagdhaus, Kommandoposten, Museum – das Haus Seebend in Monschau-Höfen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In jeder Nutzung in mehr als 100 Jahren spiegelte sich stets die Historie des Dorfes, der Region und Deutschlands. Seit fast 30 Jahren ist das Gebäude zwar nun schon in den Händen des selben Eigentümers, des Eifel- und Heimatvereins – doch der hat sich vorgenommen, hier erneut einiges zu verändern und weiterzuentwickeln.

Erbaut wurde Haus Seebend im Jahr 1911 als Landsitz eines Industriellen. Dr. Gustav Lambotte, Inhaber einer Glasfabrik in Herzogenrath, plante und nutzte es als Jagdhaus. Der Seebend war der Name seines Jagdreviers, das er aus den Mansardenfenstern sehen konnte. Nach dem 1. Weltkrieg wechselte das Haus den Besitzer. In den 1930er-Jahren waren hier Einheiten der Grenzpolizei untergebracht. Auch die berüchtigte NS-Bauorganisation Todt und die Wehrmacht nutzten das Haus. Die teils erbitterten Kämpfe in der Endphase des Zweiten Weltkriegs überstand Haus Seebend fast unbeschadet, nach Kriegsende nutzten Zoll, Bundesfinanzdirektion und Bundesnachrichtendienst das Gebäude. In den 1990er-Jahren zogen Geflüchtete ein. Kurze Zeit später übernahm es schließlich der Heimatverein. Ein Naturhaus entstand.

Damals waren die idyllischen Hügel der Eifel und ein nahegelegenes Tal nämlich mehr und mehr in den Fokus von Ausflüglerinnen und Ausflüglern gerückt. Jedes Frühjahr machten sich mehr Menschen von Höfen aus ins fußläufig erreichbare Perlenbachtal auf. Die Entfernung von Fichten am Bach hatte für ein Comeback der Wilden Narzissen gesorgt, die hier heute wieder millionenfach blühen. Der Heimatverein nutzte Haus Seebend als Ausgangspunkt für geführte Touren und baute das Gebäude selbst zum Bildungs- und Veranstaltungszentrum mit den Schwerpunkten Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Naturerlebnisse um. Nach der Eröffnung des Eifel-Nationalparks etablierte sich dann aber ein neues Naturzentrum im Dorf – das Nationalparktor Höfen, das noch näher am Perlenbachtal liegt.

Im Webereimuseum wird zu bestimmten Zeiten auch die Arbeit an den alten Webstühlen live vorgeführt.

Gut, dass Haus Seebend zwischenzeitlich um ein weiteres Highlight erweitert wurde: ein Webereimuseum in einem Anbau. Es lässt Besucherinnen und Besucher in ein Gewerbe eintauchen, in dem sich viele Menschen in der Eifel jahrhundertelang in Heimarbeit und Fabriken verdingten. Historische Webstühle, Maschinen und Werkzeuge sind zu sehen. Nun wurde dieses Museum mit dem Naturhaus Seebend zu einem heimatgeschichtlichen Bildungshaus und einer kulturellen Begegnungsstätte verschmolzen. 

Dabei nimmt die Ausstellung nun weitere Aspekte wie die Land- und Forstwirtschaft, die Trinkwasserversorgung, die Gaststätten und die Lebensmittelläden im Dorf in den Blick. Nur um danach wieder beim Haus Seebend selbst zu landen und dessen wechselvolle Geschichte selbst zu thematisieren. Denn mit der allein ließen sich schon ganze Säle füllen. Und das nächste Kapitel ihrer Dorfgeschichte haben die Höfener mit der Neuausrichtung ja auch schon wieder geschrieben – nach dem Motto: Das einzig Konstante ist die Veränderung … 

Stand der Angaben: Oktober 2025

Unser Engagement 
Die NRW-Stiftung förderte in den 1990er-Jahren die Einrichtung des Naturhauses Seebend. Außerdem unterstützte sie die Einrichtung des Webereimuseums, das aktuell mit Hilfe der Stiftung um eine heimatgeschichtliche Ausstellung erweitert wird. Zugleich wird Haus Seebend als Begegnungsort optimiert. Projektpartner aller Projekte ist der Eifel- und Heimatverein, Ortsgruppe Höfen e.V. .


Standort

Naturhaus Seebend
Hauptstraße 123
52156 Monschau
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