In einem Dorf vor unserer Zeit

Mühlenhof-Freilichtmuseum in Münster

Das Münsterland, wie es früher war: Das Mühlenhof-Freilichtmuseum in Münster bewahrt eine Zeit, in der sich in der Region noch alles um die Landwirtschaft und das mit ihr verbundene Handwerk drehte. A propos drehen: Wer das Gelände in der Nähe von Allwetterzoo und Aasee betritt, dem fällt als erstes die namensgebende große Bockwindmühle ins Auge, deren Flügel jahrhundertelang die Windkraft nutzbar machten, um Mehl zu mahlen.

Ausgerechnet die 1748 erbaute Mühle aber stammt aus einer Nachbarregion. Sie wurde zu Beginn der 1960er-Jahre auf einem Hof in Lathen im Emsland abgebaut. Doch dieses niedersächsische Gebiet ist sprachlich, kulturell und architektonisch eng verbunden mit dem direkt südlich angrenzenden Münsterland. Der zentrale Gräftenhof hat keine so lange Reise hinter sich: Er stand ursprünglich im nahe gelegenen Nienberge. Er vereint Wohnräume und Ställe unter einem Dach. Der repräsentative Fachwerkbau war Wohn- und Arbeitsort einer wohlhabenden Bauernfamilie, Gräfte wird der ihn umgebende Wassergaben genannt. Auch das gegenüberliegende Speichergebäude gehörte schon am alten Standort zum Hof. 

Im Frühjahr, wenn die Bäume blühen, ist es im Mühlenhof-Freilichtmuseum besonders schön.

Im Vordergrund die auf Steinen ruhende „Mäusepfeilerscheune“, rechts dahinter das Feuerwehrgerätehaus.

Auch ein Bienenhaus steht auf dem Gelände.

Nach und nach entstand durch den Aufbau weiterer Gebäude ein richtiges Dorf auf dem Gelände. Eine Landschule, eine Dorfkneipe und eine Kapelle. Handwerksbetriebe wie eine Schmiede, ein Weberkotten und eine Schreinerei. Eine Wagenremise, ein Geräteschuppen und ein Verwaltungsgebäude aus Baumberger Sandstein. Das alles fand das Museumsteam in den Stadtteilen von Münster oder den umliegenden Münsterland-Kreisen und rettete es an den früheren Standorten vor Abriss oder Verfall. Das westliche Torhaus, der Eingang zum Museum, wurde nach alten Vorbildern komplett neu errichtet.

Doch Gebäude sind in einem Freilichtmuseum nur die halbe Miete. Es kommt drauf an, die Kulisse mit Leben zu füllen. Dafür ist auf dem Mühlenhof gesorgt. Echte Handwerkerinnen und Handwerker sind regelmäßig in den Werkstätten aktiv. Gäste sehen bei Vorführungen, wie geschmiedet wird oder wie alte Handarbeitstechniken wie Spinnen und Klöppeln ausgeführt werden. Schulklassen können zudem selbst aktiv werden. So erleben sie zum Beispiel eine historische Schulstunde mit oder probieren im Kurs „Vom Korn zum Brot“ alle Arbeitsschritte selbst aus. 

Stand der Angaben: März 2026

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung unterstützte den Verein „De Bockwindmüel e. V.“ beim Wiederaufbau eines Weberkottens im Museum sowie bei der Anschaffung von Sachmitteln für die Museumspädagogik.


Standort

Mühlenhof-Freilichtmuseum
Theo-Breider-Weg 1
48149 Münster
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