Moor statt Monokultur

Moorrenaturierung im Naturschutzgebiet „Hamorsbruch und Quellbäche“

Im Naturschutzgebiet „Hamorsbruch und Quellbäche“ südlich von Warstein soll auf rund 22 Hektar ein ehemaliges Hochmoor wiedervernässt und zu einem naturnahen Moorökosystem entwickelt werden. Gemeinsam mit der Forstverwaltung der Stadt Warstein will die Bürgerstiftung Warstein dafür den natürlichen Wasserhaushalt auf den beiden Teilflächen „Im Hamor“ und „Leierspring“ wiederherstellen. Das mehr als 300 Hektar große Naturschutzgebiet ist ökologisch von landesweiter Bedeutung. Es umfasst unter anderem Birken-Moorwälder, Erlenbruchwälder und naturnahe Quellbäche. Arten wie Schwarzstorch und Grauspecht unterstreichen den hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebiets. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Moor entwässert, um die Flächen forstwirtschaftlich als Fichtenkultur zu nutzen. Dazu wurden zahlreiche Entwässerungsgräben angelegt, die den Wasserstand bis heute absenken. Nachdem die Fichtenbestände infolge von Trockenheit, Stürmen und Borkenkäferbefall großflächig abgestorben sind, eröffnet sich nun die Chance, das Gebiet wieder zu einem naturnahen Moorökosystem zu entwickeln.

Um dem Hochmoor eine Rückkehr zu ermöglichen, müssen zunächst die angepflanzten Bäume weichen. Die Umstellung erfolgt schonend über mehrere Jahre.

Foto: Bürgerstiftung Warstein

Torfmoose können das 20- bis 30-fache ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen und wirken wie ein großer Schwamm.

In den feuchten Moorbereichen haben sich botanische Schätze einer Hochmoorlandschaft wie das Wollgras erhalten können.

Das Naturschutzgebiet Hamorsbruch erfährt ein Comeback zu einem artenreichen Hochmoor.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts. Insgesamt sollen rund 1.760 Meter Entwässerungsgräben verschlossen werden. Davon werden etwa 1.260 Meter mit Bodenmaterial verfüllt, weitere 500 Meter durch Holzbohlen oder Erdplomben abgedichtet. Ergänzend entstehen an drei Standorten Holzbauwerke, die den Wasserabfluss bremsen und Niederschlagswasser im Gebiet zurückhalten sollen. 
Die weitere Entwicklung der Vegetation soll weitgehend natürlichen Prozessen überlassen bleiben. In der Umgebung sind noch Bestände heimischer Moor- und Karpatenbirken sowie Erlen vorhanden, deren Samen sich auf den wiedervernässten Flächen ausbreiten können. Auch Torfmoose, die für die langfristige Entwicklung des Moores von besonderer Bedeutung sind, kommen im Gebiet noch vor. Die Renaturierung ist auf zwei Jahre angelegt und soll bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein. Ergänzend ist ein rund 600 Meter langer Bohlensteg vorgesehen. Er soll Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Entwicklung des Moores ermöglichen, ohne die empfindlichen Lebensräume zu beeinträchtigen.

Stand der Angaben: Juni 2026 | Text: Thomas Krumenacker

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung unterstützt maßgeblich die Moorrenaturierung der Bürgerstiftung Warstein. Mit der Förderung setzt die Stiftung zugleich ihr langjähriges Engagement für den Schutz und die Wiederherstellung von Mooren fort.


Standort

Moorrenaturierung bei Warstein
Nahe dem Wanderparkplatz Plackweg/Lörmecketurm
59581 Warstein
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