Stiller Ort der Artenvielfalt

Lehrpfad zur Biodiversität in Hagen-Haspe

Auf dem Evangelischen Friedhof Haspe in Hagen ist ein Lehrpfad zur Biodiversität entstanden. Mit 14 thematisch gestalteten Schautafeln wurde der Friedhof als wertvoller Naturraum erfahrbar gemacht, zu dem ihn in den vergangenen Jahren ein Bündnis aus Kirche, Stadt und Naturschutz bereits durch zahlreiche Maßnahmen gestaltet hat.

Friedhöfe sind vor allem in großen Städten heute mehr als nur stille Orte der Trauer und des Gedenkens an Verstorbene. Sie sind Inseln der Ruhe und des Innehaltens im hektischen Betrieb des Alltags. Nicht zuletzt sind sie zunehmend aber auch bedeutende Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen – insbesondere in urbanen Zentren, in denen unversiegelte Flächen andernorts rar geworden sind. Diese Funktion als innerstädtische Refugien der Biodiversität hebt das Projekt „Lehrpfad zur Biodiversität“ hervor. Ziel ist es, den Besuchenden anschaulich zu vermitteln, wie artenreich und schützenswert das Leben auf einem Friedhof sein kann.

Der über sechs Hektar große Friedhof Haspe ist Teil des bundesweiten Projekts „Biodiversität auf Friedhöfen“, das durch das Bundesamt für Naturschutz und das Bundesumweltministerium gefördert wird. Bereits seit 2023 werden dort unter fachlicher Anleitung der Biologischen Station Umweltzentrum Hagen praktische Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt durchgeführt. Ehrenamtliche, Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule und das städtische Forstamt sind aktiv beteiligt.

Auch Totholz bietet auf dem Friedhof zahlreichen Arten Unterschlupf.

Insektenfreundliches Grab

Herzstück des neuen Bildungsangebotes ist der Lehrpfad mit 14 thematischen Schautafeln. Die Inhalte reichen von „Der Hirschkäfer – unser größter heimischer Käfer“ über „Friedliche Brummer – Wildbienen und Hummeln“ bis zu „Artenvielfalt erhalten – Lebensraum für Tiere schaffen“. Jede Station beleuchtet in ansprechender grafischer Gestaltung einen anderen Aspekt urbaner Biodiversität. Schon bestehende Kleinbiotope wie Trockenmauern, Streuobstbestände oder Hecken und Magerwiesen sind in den Parcours integriert.

Auch ein insektenfreundlich bepflanztes Mustergrab ist Teil des Rundgangs. Der Schaupfad spiegelt auch einen gesellschaftlichen Wandel wieder: Immer mehr klassische Grabstätten werden aufgegeben, wodurch auf Friedhöfen neue Freiflächen entstehen. Diese bieten die Chance, innerstädtisch wertvolle Lebensräume zu schaffen – nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für Menschen, die hier Natur erleben und Umweltbildung erfahren können. 

Stand der Angaben: Jahresbericht 2024 | Text: Thomas Krumenacker

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung stellte der Biologischen Station Umweltzentrum Hagen für das Projekt eine Förderung zur Verfügung. Diese setzte es in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde und weiteren Akteuren um.


Standort

Lehrpfad Biodiversität auf dem Friedhof
Büddingstraße 34a
58135 Hagen
Zur Webseite (extern)
Bei Google Maps anzeigen (extern)