Denkmal im Stampfbetrieb

Die Knochenmühle in Meinerzhagen-Mühlhofe

Um 1840 wurde im sauerländischen Dorf Mühlhofe – heute ein Ortsteil von Meinerzhagen-Valbert – eine privat geführte Knochenmühle errichtet. Rund ein Jahrhundert lang war sie aktiv, der Betrieb schloss gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Danach begann eine lange Verfallszeit für das Bruchsteingebäude, das erst in den 1980er Jahren unter Denkmalschutz gestellt und parallel dazu durch die „Interessengemeinschaft Knochenmühle“ des Heimatvereins Meinerzhagen restauriert wurde – unterstützt unter anderem von Stadt, Kreis und Denkmalpflege. Genutzt wird die Anlage heute auch als Heimattreff und Veranstaltungsort. Im Juni 2022 konnte außerdem ein erneuertes Wasserrad in Schwung versetzt werden.

Dünger und Daumenwelle

Ein bisschen gruselig klingt der Ausdruck Knochenmühle schon. Manche mögen sich dabei an Otfried Preußlers auch als Schullektüre beliebtes Jugendbuch „Krabat“ erinnern, wo eine magische Mühle bisweilen Mahlgut zermalmt, dessen wahre Herkunft man lieber nicht erfahren möchte. In Wirklichkeit sollten Knochenmühlen aber schlicht dem Hunger entgegenwirken. Denn Tierknochen aus Schlachtbetrieben ergeben in pulverisierter Form wirksame Düngemittel, durch die sogar karge Böden fruchtbar werden. Der Siegeszug des Kunstdüngers setzte der großen Zeit der Knochenmühlen, die im 19. Jahrhundert begann, allerdings ein Ende. Nur wenige der Anlagen überdauerten in Deutschland als technische Denkmäler. Streng genommen waren die meisten übrigens keine Mühlen, sondern Stampfwerke: Wie in Meinerzhagen hob eine Nockenwelle, die sogenannte Daumenwelle, die Stempel an und ließ sie schwer wieder aufschlagen, weshalb man früher vor allem in der Schweiz auch die etwas ungemütliche Bezeichnung „Beinstampfe“ kannte. Das „Mehl“ fiel zunächst oft eher grob aus, konnte bei Bedarf aber in steingefüllten Trommeln noch feiner zerrieben werden. Für die Antriebsenergie sorgte in Meinerzhagen das Flüsschen Ihne.

Stand der Angaben: Juni 2023

Ein Wasserrad im Flüsschen Ihne treibt die Nockenwelle – auch Daumenwelle genannt – an.

Mit den hölzernen Stempeln des Stampfwerks wurden Knochen grob zerkleinert und anschließend in steingefüllten Trommeln feiner zerrieben.

Ohne die Sanierung des metallenen Wasserrades hätte die Anlage nicht wieder anlaufen können­. Das Rad verleiht ihr das Aussehen einer Wassermühle.

Unser Engagement

Das Wasserrad aus Metall, das für das Gesamtbild der Anlage prägend ist, konnte mithilfe der NRW-Stiftung erneuert werden.


Standort

Knochenmühle in Mühlhofe
Mühlhofe 10
58540 Meinerzhagen
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