Conrad Felixmüller

Kind vor Hochofen (1927)

Eigentlich hieß er Conrad Felix Müller. Der 1897 in Dresden geborene Maler veränderte aber 1924 seinen Nachnamen zu „Felixmüller“, um in der Kunstwelt leichter unterscheidbar zu sein. Seine Werke im Stil des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit erzielen heute bei Auktionen hohe Summen. Das Gemälde „Kind vor Hochofen“ aus dem Jahr 1927 wird jetzt vom Bonner LVR-Landesmuseum im neuen Ausstellungsbereich „Welt im Wandel“ präsentiert.

Conrad Felixmüller, Kind vor Hochofen (1927), Öl auf Leinwand (115x75 cm) mit Klöcknerwerk Hagen Haspe.

Das LVR-Landesmuseum in Bonn.

Fensterblick mit Hasper Hütte

Dass Felixmüller eine Reihe seiner Werke im Ruhrgebiet schuf, war das Ergebnis einer ungewöhnlichen Entscheidung: 1920 war der Maler mit dem Großen Sächsischen Staatspreis ausgezeichnet worden – ebenso übrigens wie im Jahr darauf auch sein Schwager Peter August Böckstiegel, dessen Künstlerhaus in Werther-Arrode ein Förderprojekt der NRW-Stiftung ist. Die Ehrung war mit einer Geldsumme verbunden, die von den meisten Preisträgern für einen Rom-Aufenthalt verwendet wurde, weshalb man den Staatspreis oft einfach „Rompreis“ nannte. Conrad Felixmüller jedoch reiste nicht nach Italien, sondern ins Ruhrgebiet. Als Mitglied der sogenannten Novembergruppe, einer künstlerischen Vereinigung, deren Name auf die Novemberrevolution von 1918 anspielte, setzte er sich stark mit sozialen Fragen auseinander. Einige der Bilder, die er an der Ruhr malte, bringen seine Sympathien für das Proletariat unmittelbar zum Ausdruck. Beim „Kind vor Hochofen“ ist die Perspektive jedoch anders. Der dargestellte Junge war der sechsjährige Sohn des Hagener Studiendirektors Wulf. Gelassen-träumerisch blickt das Kind aus dem Fenster, vor dem sich die gewaltige Kulisse der Hasper Hütte auftürmt, einer riesigen, 1972 stillgelegten Stahlproduktionsanlage. Es scheint, als sei die monumentale Industrieszenerie bereits zur selbstverständlichen Kulisse einer gewandelten Welt geworden. Das verleiht dem Gemälde besonderen Wert für die neue Dauerausstellung des LVR-Landesmuseums in Bonn, die die Geschichte des Rheinlands als einer „Welt im Wandel“ erzählt.

 

Unser Engagement

Auf Anregung des Fördervereins des LVR-Landesmuseums in Bonn – der Wilhelm-Dorow-Gesellschaft – erwarb die NRW-Stiftung das Gemälde „Kind vor Hochofen“ von Conrad Felixmüller zusammen mit dem Landschaftsverband Rheinland. Durch den gemeinsamen Ankauf kann das Bild als Zeuge rheinisch-westfälischer Geschichte in NRW verbleiben.


LVR Landesmuseum Bonn

Gemälde von Conrad Felixmüller
Colmantstraße 14 - 16
53115 Bonn
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