Stahlwerk in 3-D mit Stahlbungalow

Das Hoesch-Museum in Dortmund

Früher arbeiteten Zehntausende Menschen in den Dortmunder Stahlwerken – allen voran auf der Westfalenhütte, die 1871 von der Unternehmerfamilie Hoesch gegründet worden war. Doch als Hoesch kurz vor der Jahrtausendwende im ThyssenKrupp Konzern aufging, endete die Zeit der Stahlkocher in Dortmund. Chinesische Arbeiter verschifften 2002 große Teile der Westfalenhütte nach Fernost. Was blieb, war das Interesse an der Geschichte und am Wandel. 2005 wurde im Portierhaus der Westfalenhütte das Hoesch-Museum eröffnet – getragen von ehemaligen Hoeschianern. Seit 2009 gibt es in der Ausstellung ein virtuelles 3-D-Stahlwerk, 2014 ergänzt um den interaktiven Film „Wir kochen Stahl“. 2020, in seinem fünfzehnten Jahr, bemühte sich das Museum um ein weiteres spektakuläres Exponat – einen Bungalow, der aus Hoesch-Stahl gefertigt wurde.

Auf den Spuren der Stahlkocher

Mit seiner Mischung aus Exponaten, Digitalangeboten und Veranstaltungen hat sich das Hoesch-Museum erfolgreich in der NRW-Museumslandschaft etabliert. Die Besucherinnen und Besucher lernen hier Technik und historische Grundlagen der Stahlerzeugung kennen, aber auch den komplexen Firmenkosmos der Hoesch AG, die ihre Beschäftigten durch Kranken- und Pensionskassen, Sportanlagen, Kultureinrichtungen und andere Sozialleistungen an sich band.

Der Schriftzug eines der Dortmunder Hoesch-Standorte steht vor dem heutigen Museum.

Innen sind Werkzeuge der Stahlerzeugung kunstvoll arrangiert.

Auch Modelle der Industrieanlagen sind zu sehen.

Vorträge und Tagungen zum Strukturwandel stehen ebenso auf dem Programm wie Erkundungen vor Ort, nicht zuletzt für Schülerinnen und Schüler. Den multimedialen Höhepunkt des Museums bietet das „3-D-Stahlwerk“ mit den Geräuschkulissen einer realen Hütte und der Möglichkeit, selbst in die Produktion einzugreifen. Beim Interaktionsfilm „Wir kochen Stahl“ ist man außerdem aufgefordert, Erze und Steinkohle zu beschaffen und verschiedene Stahlqualitäten herzustellen – bis alles in einer rasanten Achterbahnfahrt gipfelt.

Mit Stahlbungalow

Seit 2025 mit dabei im Ensemble des Museums: Der Stahlbungalow L141. In diesem lebte ab 1977 die siebenköpfige Familie Hoff. Nach dem Tod des letzten Bewohners 2012 schenkte die Familie das Haus dem Hoesch-Museum. 2022 erfolgte die spektakuläre Translozierung des Gebäudes auf zwei LKWs in die Dortmunder Nordstadt zum neuen Standort.

Der Umzug des Stahlbungalows und Einrichtung als Museumsbestandteil des Hoesch-Museums erfolgte im Herbst 2022.

Werbe-Broschüre Hoesch-Bungalow, 1963
Bild: thyssenkrupp Corporate Archives, Duisburg

Werbe-Broschüre Hoesch-Bungalow, 1963

Blick in den Bungalow nach dem Umzug.
Foto: Sabrina Richmann

Blick in den Bungalow nach dem Umzug.

Das Haus ist ein einzigartiges Zeugnis der Baukunst der 1960er Jahre. Entwickelt vom Dortmunder Montankonzern Hoesch, wurde es aus dem Verbundwerkstoff Platal gefertigt. Jetzt ist es Teil des Hoesch-Museums und zeigt in einer kulturhistorischen Dauerausstellung die Geschichte industriellen Wohnens, die Entwicklung von Fertig- und Stahlhäusern sowie die Rolle von Stahl in Architektur und Bauwesen.

Förderbande-Podcast: „Anziehend anders: Ein Zuhause aus Stahl"

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Unser Engagement
Die NRW-Stiftung half den Freunden des Hoesch-Museums e. V. bei der Einrichtung des Museums, bei der Installation des multimedialen 3-D-Stahlwerks sowie bei dem Umzug und der darauffolgenden Wiedereinrichtung des Stahlbungalows.


Standort

Hoesch-Museum in Dortmund
Eberhardstraße 12
44145 Dortmund
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