Zu Gast im Hause des Nobelpreisträgers

Das Heinrich Böll-Haus in Kreuzau-Langenbroich

1966 kauften Annemarie und Heinrich Böll eine denkmalgeschützte Hofanlage aus dem 17. Jahrhundert im Eifeldorf Kreuzau-Langenbroich. Sie nutzen es im Sommer zur Arbeit und zur Erholung und erwiesen sich zugleich als großzügige Gastgeber. Heute gehört der Eifelhof – seit 1989 getragen vom Verein „Heinrich-Böll-Haus Langenbroich“ – zu einem internationalen Netzwerk, das politisch verfolgten Autorinnen und Autoren hilft. Um das in NRW einzigartige Projekt zu ermöglichen, wurde die Hofanlage 1990-92 nach Plänen von Heinrich Bölls Sohn Vincent umgebaut. 2016 erfolgten umfassende Renovierungen.

Internationale Kontakte geknüpft

Für Heinrich Böll war Nordrhein-Westfalen das „vielfältig gegliederte Bundesland“, in dem die Eindrücke so oft wechseln, „daß der Reisende kaum Zeit findet, sie zu ordnen“. Zur kulturellen Vielfalt NRWs hat Böll selbst wichtige Beiträge geleistet, auch durch seine Kontakte zu anderen Autoren. So fand der Schriftsteller Alexander Solschenizyn 1974 nach seiner Ausbürgerung aus der UdSSR Aufnahme bei Böll. Die damalige Gastlichkeit ist das Vorbild für die heutige Nutzung des Hauses in Langenbroich.

Vier Gästewohnungen finden in dem Gebäude Platz.

In den 2010er-Jahren wurde das Haus saniert und kurz vor Bölls 100. Geburtstag wiedereröffnet.

In dem Haus gibt es auch Lesungen und Diskussionsveranstaltungen, Seminare und Ausstellungen.

Beim Umbau der Hofanlage 1990 entstanden unter maßgeblicher Förderung der NRW-Stiftung vier Gästewohnungen, in denen seitdem über 150 Menschen aus aller Welt gelebt und gearbeitet haben. Die Aufenthaltsstipendien, die vom Böll-Fonds des Landes und von der Heinrich Böll-Stiftung finanziert werden, laufen in der Regel vier Monate lang. Nachdem sich das Haus auf diese Weise zwanzig Jahre lang bewährt hatte, wurde eine Sanierung allerdings unaufschiebbar. Im September 2016 konnte die Wiedereröffnung gefeiert werden – pünktlich zum 25. Jubiläum der Stipendiatenstätte und ein Jahr vor Heinrich Bölls 100. Geburtstag.

Unser Engagement
Die NRW-Stiftung förderte Umbau und denkmalgerechte Sanierung des Heinrich Böll-Hauses. Sie half bei der Herausgabe einer Anthologie mit Werken von Stipendiaten des Hauses und beim Erwerb von Schriften Bölls wie dem Briefwechsel mit seinem Freund, dem Literaturagenten Ernst-Adolf Kunz.


Standort

Heinrich-Böll-Haus
Heinrich-Böll-Str. 21
52372 Kreuzau
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