Geschichte im Rittergut
Haus Ingenray in Geldern

Ein ehemaliger Adelssitz, eine historische Sammlung und eine Stiftung: Auf diesen drei Säulen ruht das neue Geschichtsforum des „Historischen Vereins für Geldern und Umgegend“. Es ist auf Haus Ingenray an der Niers angesiedelt, dessen frühere Bewohner Emilie und Hans Stratmans dort in jahrzehntelanger Mühe eine wertvolle Sammlung historischer Objekte zusammengetragen haben. Beides, Haus und Sammlung, ging nach testamentarischer Verfügung des Ehepaars an eine eigens gegründete Stiftung unter der Treuhand des Historischen Vereins über. Die NRW-Stiftung unterstützte die erforderlichen Baumaßnahmen, um Haus Ingenray zu einem für die Öffentlichkeit frei zugänglichen Archiv, Museum und Tagungsort umzugestalten. Im September 2022 erlebte das neue „Zentrum für geldrische Geschichte“ seine Eröffnung.
Einst Wohnsitz niederen Adels
Im ehemaligen Herzogtum Geldern gab es – wie in anderen Territorien Deutschlands – zahlreiche sogenannte Rittergüter, die als Wohnsitze des niederen Adels meist schon im Mittelalter entstanden waren. Zu ihnen gehörte auch Haus Ingenray, dessen heutiger Baubestand im Kern auf das 15. Jahrhundert zurückgeht. Die Anlage wurde 1962 Eigentum des Bauunternehmers Hans Stratmans, der zusammen mit seiner Frau für die dringend notwendige Sanierung des Anwesens sorgte. Die beiden inzwischen verstorbenen Eheleute bauten hier außerdem eine umfangreiche Sammlung alter Karten, Münzen, Bücher, Akten, Waffen und Gebrauchsgegenstände auf, die daneben auch zahlreiche Objekte mit Bezug zur Marienwallfahrt nach Kevelaer umfasst. Diese Sammlung bildet den Grundstock der neuen Nutzung von Haus Ingenray als Museum und Archiv mit Tagungs- und Veranstaltungsräumen.
Die Aufgabe, das alte Rittergut für die neue Nutzung tauglich zu machen, erforderte den Umbau privater Wohnflächen zu Veranstaltungsräumen inklusive der notwendigen technischen Einrichtung für Tagungen, Vorträge, Präsentationen, Preisverleihungen, Filmabende, Konzerte oder Kleinkunstprogramme. Nicht zuletzt waren die Erfordernisse von Barrierefreiheit und Brandschutz zu berücksichtigen. Aus der Sicht des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend kam das aufwendige Projekt genau zur richtigen Zeit. Der Verein konnte bislang Haus Lawaczeck in Nieukerk als Begegnungsort nutzen, das 2001 ebenfalls mithilfe der NRW-Stiftung entsprechend eingerichtet worden war. Da dort aber nach 20 Jahren der Pachtvertrag auslief, galt es einen neuen Standort für Aktivitäten rund um Geschichte und Kultur Gelderns und seiner Umgebung zu finden.
Stand der Angaben: Jahresbericht 2022
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung stellte der Emilie und Hans Stratmans-Stiftung für die Sanierung und den Umbau von „Haus Ingenray“ eine Förderung zur Verfügung.
Standort
Haus IngenrayMöhlendyck 22
47608 Geldern
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