Gestaltetes Ruinenareal

Die Ellerburg in Espelkamp-Fiestel

Die Überreste der Ellerburg liegen in der ostwestfälischen Stadt Espelkamp. Die Burg im Ortsteil Fiestel war Mitte der 1990er Jahre so baufällig, dass der Eigentümer den Abriss beantragte. Gemäß NRW-Denkmalschutzgesetz übernahm jedoch zunächst die Stadt Espelkamp das ruinöse Bauensemble samt Innenhof, Gräften und Park. In den folgenden Jahren scheiterten alle Sanierungspläne, so dass die einsturzgefährdeten Gebäude 2014 weitgehend abgetragen werden mussten, um wenigstens ein Bodendenkmal für die Öffentlichkeit zu retten. Ziel des Heimatvereins und der Dorfgemeinschaft Fiestel ist es, die Ellerburg trotz aller Verluste weiter erlebbar zu machen.

Trockenheit als Verhängnis

Die Anfänge der Ellerburg vermutet man im 13. Jahrhundert, aus dem 15. Jahrhundert gibt es genauere Nachrichten, zum Beispiel über eine Belagerung durch die Stadt und den Bischof von Osnabrück. 1795 wurden die Burggebäude durch den damaligen Besitzer – Freiherr Friedrich Wilhelm von Ripperda – erneuert. Dreißig Jahre später erwarb der Mindener Regierungspräsident Karl von der Horst die Wasserburg. Sie blieb bis zum Übergang an die Stadt Espelkamp im Familienbesitz und diente zeitweilig als Landratsamt. Zum baulichen Verfall führte nicht zuletzt der Ausbau der nahen „Großen Aue“, eines Nebenflusses der Weser. Die Schlossgräben fielen dadurch zunehmend trocken und die Fundamenthölzer begannen durch Luftkontakt zu faulen.

Beim Rückbau 2014 blieben die Grund- bzw. Kellermauern erhalten. Für die Neugestaltung der Anlage samt Zugangsbrücke, Garten, Gräben und Park gab es daher genügend Ansatzpunkte. Der Heimatverein Fiestel setzte sich dafür ein, die Ellerburg in Kooperation mit Stadt, Dorfgemeinschaft und privaten Sponsoren als „gestaltetes Ruinenareal“ attraktiv zu machen. Barrierefreie Erschließung und Konzepte für außerschulisches Lernen ergänzen die Pläne.

Unser Engagement
Die NRW-Stiftung half dem „Heimatverein Fiestel e.V.“ beim Projekt „Sicherung und Erlebbarmachung der Ruine Elleburg“.