Doppelbock unter Denkmalschutz

Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Es kann jetzt glitzern wie der Eiffelturm und in verschiedenen Farben leuchten: Das Fördergerüst des Bergbaumuseums in Bochum.

Knapp ein Jahr lang war der Förderturm verhüllt und wurde saniert. Seit Ende Fabruar 2024 ist das Museum wieder geöffnet.

Das Fördergerüst ist ein Doppelstreben-Fördergerüst, auch als Doppelbock bezeichnet.

1943/44 wurde das Gerüst für die Zeche Germania in Dortmund-Marten gebaut wurde.

Ein Doppelbockfördergerüst von gut 71 Metern Höhe ist das weithin sichtbare, inzwischen auch denkmalgeschützte Wahrzeichen des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum, des größten Bergbaumuseums der Welt. 2024 wurde die stählerne Konstruktion umfassend saniert und im Februar 2025 wiedereröffnet. Einen Teilbetrag der Investition von insgesamt mehreren Millionen Euro übernahm die NRW-Stiftung auf Antrag der „Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum“.

Das Deutsche Bergbaumuseum unter Tage: Es handelt sich um ein eigens angelegtes Anschauungsbergwerk, Kohle wurde hier nie gefördert.

Am nachgebildeten Blindschacht lassen sich Tore und Schwingbühne betätigen. Blindschächte verbinden verschiedene Ebenen eines Bergwerks, führen aber nicht ans Tageslicht.

Blick in die Dauerausstellung im Deutschen Bergbaumuseum.

Germaniagrün

Rund eintausend bergbauliche Fördergerüste gab es einst im Ruhrgebiet. Sie dienten zur Aufhängung der sogenannten Seilscheiben, sprich: der großen Speichenräder, über die die Förderseile liefen. Berühmtheit erlangte das Doppelbockgerüst von 1930 über Schacht 12 der Essener Zeche Zollverein, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Entworfen wurde es von den Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, die 1944 ein weiteres Doppelstrebengerüst für Schacht 5 der Zeche Germania in Dortmund-Marten schufen. Es galt seinerzeit als das größte Fördergerüst der Welt. Zwei Jahre nach der Stilllegung von „Germania“ im Jahr 1971 wurde es – finanziert durch das Land NRW – zerlegt und über dem Bochumer Bergbau-Museum neu errichtet. Im Gegensatz zum Essener Rostrot hüllt es sich in einen als „Germaniagrün“ berühmt gewordenen Farbton, der nach der jüngsten, vor allem aufgrund von Korrosion erforderlichen Sanierung wieder in aller Frische erstrahlt. Passend zu besonderen Anlässen oder Aktionen lässt sich der Bochumer Doppelbock nun auch farbig illuminieren, was bei einem großen Museumsfest erstmals öffentlich erprobt wurde.

Das DBM wurde 1930 als „Geschichtliches Museum des Bergbaus“ gegründet. Zu ihm gehört ein eigens angelegtes Besucherbergwerk mit einem 2014 eingerichteten Seilfahrtsimulator. Das gemeinsam von der Stadt Bochum und der „DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH“ getragene Haus ist als wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft angeschlossen, einem Verbund von rund hundert Forschungsinstituten. Die schon 1947 gegründete „Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e. V.“ zählt mit ihrer Mitgliedschaft aus über 450 Einzelpersonen und fast fünfzig Körperschaften zu den bedeutendsten Museumsfördervereinen in NRW. Sie gibt mit der Zeitschrift „Der Anschnitt“ eine Montanpublikation von internationalem Rang heraus.

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung unterstützte die „Vereinigung der Freunde des deutschen Bergbau-Museums Bochum e. V.“ beim Projekt der denkmalgerechten Sanierung des Fördergerüsts am DBM. Die Mittel der NRW-Stiftung wurden zweckgebunden für die Bestandserhaltung des Doppelbockgerüsts bereitgestellt. 


Standort

Deutsches Bergbau-Museum
Europaplatz 1
44791 Bochum
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