Bündnis für ein Hammerwerk

Deilbachhammer in Essen

Der Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh ist Teil der frühindustriell geprägten Kulturlandschaft Deilbachtal und der letzte historische Eisenhammer der Region, der noch am Originalstandort steht – selbst die Wohngebäude für den Hammermeister und die Arbeiter sind noch vorhanden.  Die Stilllegung des Deilbachhammers erfolgte schon 1917, doch gelang es in den folgenden hundert Jahren trotz mehrfacher Anstrengungen nicht, die Anlage als Industriedenkmal dauerhaft zu sichern. Erst ein ganzes Bündnis engagierter Kräfte erweckte das Hammerwerk ab 2016 wieder zum Leben. Außer dem Essener RuhrMuseum waren daran die Freunde und Förderer des Deilbachtals, der Historische Verein Essen sowie die Bürgerschaft Kupferdreh beteiligt.

Rückschlag durch Hochwasser

Sie mussten allerdings erleben, dass das bereits kurz vor dem Abschluss stehende Projekt vom Juli-Hochwasser 2021 nicht verschont blieb. Abgesehen von der Überflutung des Betriebsgebäudes schwammen damals drei zum Einbau schon bereitliegende, je anderthalb Tonnen schwere Hammersäulen aus Eichenholz davon, eine bis in den Duisburger Hafen. Ungeachtet der daraus resultierenden Verzögerungen konnte aber im Oktober 2022 die feierliche Übergabe des Industriedenkmals erfolgen, dessen Areal künftig mit Bistro, Werkstätten und Gärten durch das Essener „Franz-Sales-Haus“ – eine Einrichtung der Behindertenhilfe – bewirtschaftet werden soll.

Im Deilbachhammer lässt sich die Technik vergangener Jahrhunderte bewundern.

Die Bauteile aus Holz und Eisen wurden aufwändig restauriert oder erneuert.

Das Hammerwerk liegt im Essener Süden direkt am Deilbach, einem Zufluss der Ruhr.

Das Tal des rund 20 Kilometer langen Deilbachs, der in die Ruhr mündet, hat auf vielfältige Weise Industrie- und Verkehrsgeschichte geschrieben. So ging hier 1831 die siebeneinhalb Kilometer lange „Deilthaler Eisenbahn“ in Betrieb, die noch von Pferden gezogen wurde, da die Dampflok-Ära in Deutschland erst vier Jahre später begann. Man sprach trotzdem von einer „Eisen-Bahn“, denn immerhin waren die hölzernen Schienen der Gleisstrecke mit Metall beschlagen. Das dafür nötige Bandeisen konnte im Hammerwerk mit einer Exzenter-Stahlschere zugeschnitten werden. Darüber hinaus produzierte man in dem Werk mittels Wasserkraft und zweier „Schwanzhämmer“ Bergbauwerkzeug und landwirtschaftliches Gerät.

Stand der Angaben: Jahresbericht 2022

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung unterstützte den Verein IDEE e. V. bei der Restaurierung des Hammergebäudes inklusive Wasserpräsenz. Zudem stellte sie nach der verheerenden Flut vom Juli 2021 Mittel bereit, um die Weiterführung des Projekts zu gewährleisten.


Standort

Deilbachhammer
Eisenhammerweg 25
45257 Essen
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