Glanz des Hochmittelalters
Die Tomburg

Die Tomburg war vor tausend Jahren von überragender Bedeutung für das hochmittelalterliche Rheinland. Ihre Überreste liegen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Rheinbach bei Bonn, konkret auf dem 310 Meter hohen Basaltkegel des Tombergs, der zugleich ein Naturschutzgebiet ist. Schon aus dem Jahr 1012 sind uns erste Nachrichten über die Burg überliefert. 1473 wurde sie nach langer Belagerung zerstört, die Ruine gehört seit 1868 der Stadt Rheinbach. Der 2017 gegründete „Freundeskreis Tomburg“ steckt vorbildliches Engagement in die Erforschung und Vermittlung der Burggeschichte. Ein großes Projekt nach Sanierungen der Jahre 2017/18 war dabei die Untersuchung des Burgbrunnens 2019.
Königlich-kaiserliche Verbindungen
Mit dem Tomberg in Rheinbach-Wormersdorf betritt man ein wahrhaft geschichtsträchtiges Gelände. Es muss hier schon im 10. Jahrhundert eine Burg gegeben haben, von der uns die Quellen verraten, dass sie 1012 Besitz des lothringischen Pfalzgrafen Ezzo war. Aufgrund seines Amtes, das aus einer Art regionaler Stellvertretung des Königs erwachsen war, bewegte er sich in allerhöchsten Kreisen: Seine Frau Mathilde war die Schwester Kaiser Ottos III., seine Tochter Richeza wurde aufgrund ihrer Ehe mit dem polnischen Monarchen Mieszko II. 1025 sogar Königin von Polen – ihr Grab befindet sich im Kölner Dom. Da die Nachfahren von Pfalzgraf Ezzo schon einige Jahrzehnte später ausstarben, gelangte die Tomburg noch im 11. Jahrhundert unter den Einfluss des Erzbistums Köln, wurde allerdings den Grafen von Kleve und ab 1230 der adligen Familie von Müllenark zu Lehen gegeben. Von 1420 bis 1473 folgte schließlich eine äußerst wirre Phase der Besitzgeschichte, in der verschiedene Adelsgeschlechter an der Burg Rechte geltend machten. Letzter Inhaber war ein Ritter namens Friedrich von Sombreffe, der sich in so heftige Streitigkeiten mit dem Herzog von Jülich verstrickte, dass dessen Truppen die Tomburg 1473 nach mehrwöchiger Belagerung einnahmen und zerstörten. Sie wurde danach nie wieder aufgebaut, vielmehr in späteren Jahrhunderten durch den Abbau von Basaltstein sogar noch weiter beschädigt. Übrig geblieben sind die Reste des vermutlich um das Jahr 1200 erbauten Bergfrieds und des Burgbrunnens. Um letzteren ranken sich allerlei Sagen. So heißt es, Friedrich von Sombreffe habe sich bei der Belagerung 1473 durch den Brunnenschacht in einen Geheimgang retten können. Auch von einer geheimnisvollen goldenen Wiege und einem rätselhaften Schlüssel ist die Rede. Leider hat beides noch niemand auffinden können.
Stand der Angaben: September 2025 | Text: Ralf. J. Günther
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung unterstützte 2019 auf Antrag des „Freundeskreises Tomburg e.V.“ die Untersuchung und Sicherung des Burgbrunnens.
Standort
Burgruine TomburgTomberger Str.
53359 Rheinbach
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