Garten ohne Barrieren

BUND-Naturerlebnisgarten Herten

Gleich gegenüber künden noch zwei alte Fördertürme von der Bergbauvergangenheit des nördlichen Ruhrgebiets. Doch die Zeche Schlägel & Eisen in Herten stellte im Jahr 2000 ihren Betrieb ein. Und ihr Gelände wird heute wie viele Industriestandorte ganz anders genutzt. Wo die Kumpel früher ihre Autos abstellten, breitet sich heute die Natur aus – im BUND-Naturerlebnisgarten.

Vor allem Kinder und Jugendliche tauchen hier in die Wildnis ein. Teiche, eine Feuerstelle, ein Strohballenhaus, Tunnel und Häuser aus Weidentrieben, ein Niedrigseilgarten und eine Lehmbaustelle sind nur einige der Attraktionen. Ein wahrer Abenteuerspielplatz. Im Biogarten bauen sie im Frühjahr Möhren und Kartoffeln an, im Sommer bewundern sie das geschäftige Treiben der Insekten und im Herbst pflücken sie Äpfel. 1,8 Hektar, auf denen so einiges wächst und gedeiht. Vor allem auch das Wissen der Besucherinnen und Besucher über die Natur – der Garten ist eine Umweltbildungseinrichtung mit zahlreichen Veranstaltungen, begleitet durch Pädagoginnen und Pädagogen – sie bieten zum Beispiel Ferienwochen für Kinder an.

Zu den Gästen gehören auch Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen. Rollstuhlfahrende kamen allerdings früher auf den Wegen nur schlecht aneinander vorbei, und beim Pflanzen, Jäten und Ernten konnten sie oft nur zuschauen. Das ist mittlerweile anders. Gemüse, Salat und Kräuter werden zum Teil auf eigens gebauten Hochbeeten gezogen, und die meisten Wege haben nun mindestens die doppelte Breite. Zu verdanken ist das einer barrierefreien Umgestaltung des Naturerlebnisgartens.

Foto: Bernd Hegert
Foto: Bernd Hegert
Foto: Bernd Hegert

Bemerkenswert ist, wen der BUND für den Umbau des Gartens anwarb: Das „Haus der Kulturen“, das in Herten auch Asylsuchende betreut, vermittelte der Ortsgruppe Geflüchtete, die wöchentlich jeweils drei Stunden im Garten arbeiteten. Angeleitet wurden die Männer von einem Landschaftsarchitekten und einem Umweltpädagogen. Die Asylbewerber konnten sich auf diese Weise sinnvoll beschäftigen und ihre Sprachkenntnisse verbessern. Dolmetscher waren nur in der Startphase nötig. Als während der Bauphase eine Gruppe von Kindern in Rollstühlen den Garten besuchte und sich ungehindert bewegte, sahen die Männer selbst, wie sinnvoll ihre Arbeit ist. Ziel war auch, dass der eine oder andere nach Abschluss der Maßnahme einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in der Garten- und Landschaftspflege erhält.

Was die Geflüchteten gemeinsam mit dem BUND hier geschaffen haben, kann man nun schon seit einigen Jahren bewundern. Und ihr Werk zieht jährlich so viele Kinder an, dass eigentlich immer etwas los ist auf dem Gelände: Rund 6.000 junge Menschen sind hier jedes Jahr zu Gast.

Stand der Angaben: April 2023

Unser Engagement

Für die Umgestaltung ihres Naturerlebnisgartens im Rahmen des Projekts „Gemeinsam schaffen wir barrierefreie Naturerlebnisse“ stellte die NRW-Stiftung der BUND-Ortsgruppe Herten eine Förderung in Höhe von 23.000 Euro zur Verfügung.


Standort

BUND-Naturerlebnisgarten
Paschenbergstraße 161
45699 Herten
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