Bahnstation wird biologisch

Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis in Eitorf

Ende des 19. Jahrhunderts baute man repräsentativ und massiv. So massiv, dass der ehemalige Güterbahnhof von Eitorf bis heute steht. Auch 2002, nach Jahren des Leerstands, war die Substanz noch gut. So gut, dass die frisch gegründete Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V. auf der Suche nach einem dauerhaften Domizil auf dieses Gebäude aufmerksam wurde.

Die 1896 errichtete Güterhalle ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieses Bauwerktyps im Rheinland und daher von überregionaler Bedeutung. Das erkannte der Denkmalschutzbereits Mitte der 90er-Jahre und stellte das Gebäude samt seinen dicken Mauern aus Bruchsteinmauerwerk unter Schutz. Bevor die neue Nutzerin einziehen konnte, musste alles raus: Entkernung war das Motto.

Anschließend verwandelte sich der Innenraum in Büro- und Geschäftsräume – außerdem zogen Versammlungs- und Ausstellungsräume ein. Der Wandel von der Bahn- zur biologischen Station war perfekt. Von Eitorf aus erreicht das Team nun auf kurzem Wege die Naturschutzgebiete, die es im östlichen Rhein-Sieg-Kreis betreut. Die Biostation pflegt Biotope, berät die Landwirtschaft, Behörden und Verbände und zeichnet auf, welche Tiere, Pflanzen und Lebensräume im Kreisgebiet vorkommen.

Dabei betreut das Team auch Flächen, die die NRW-Stiftung für Zwecke des Naturschutzes erworben hat. Es sind in Hennef das Naturschutzgebiet (NSG) „Ahrensbachtal und Adscheider Tal“, in Windeck das NSG „Ehemalige Siegschleife bei Dreisel“ und in Rheinbach Flächen am Eifelfuß bei Wormersdorf. Auf einigen der Stiftungsflächen und auf eigenen Flächen in Eitorf, Windeck und Rheinbach läuft ein ganz besonderes Naturschutzprojekt: Das Artenhilfsprogramm für den Dunklen und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zwei seltene Schmetterlingsarten. Mit verschiedensten Maßnahmen will die Biologische Station ihre Kernvorkommen schützen.

Viel zu zeigen und zu berichten also für die Naturschützerinnen und Naturschützer, die mit Exkursionen und Vorträgen die Öffentlichkeit über ihre Arbeit informieren. Das dann zum Teil in den Räumen im ehemaligen Güterbahnhof – wo nicht nur viele Gleise zusammenlaufen, sondern auch unzählige Fäden zum Schutz der Natur.

Stand der Angaben: März 2023

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung förderte den Aus- und Umbau des ehemaligen Güterbahnhofs in Eitorf zum neuen Sitz der Biologischen Station im Rhein Sieg Kreis e. V., außerdem förderte die Stiftung auch den Erwerb von Naturflächen sowie das Projekt „Schutz der Ameisenbläuling-Kernvorkommen in NRW“.


Standort

Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis
Robert-Rösgen-Platz 1
53783 Eitorf
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