Zu Besuch in der alten Eifel

Das Bauernmuseum in Simmerath-Lammersdorf

Das 1984 gegründete Bauernmuseum im Eifelort Lammersdorf wird inoffiziell gern als „Heimatmuseum des Monschauer Landes“ bezeichnet. Seit vierzig Jahren nutzt es ein Wohnstallhaus aus dem Jahr 1889, um bäuerliches Leben vor Augen zu führen, wie es um 1900 in der Eifel gelebt wurde. Mehr als zweitausend Exponate hat der engagierte Trägerverein dafür gesammelt und so nicht nur ein attraktives Ausflugsziel geschaffen, sondern auch einen spannenden außerschulischen Lernort. Im Sommer 2024 konnten dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen am Museumsgebäude abgeschlossen werden, inklusive energetischer Ertüchtigung.

Das Bauernmuseum erzählt vom Wohnen, aber auch vom Arbeiten vor über hundert Jahren.

Die Töpfe stehen noch auf dem Herd – auch die Küche scheint eben erst verlassen.

Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände aus der Zeit von 1850 bis 1930 spiegeln die Lebensweise der Eifel-Bewohner wider.

In den 1980er-Jahren wurde an den Ausfachungen des Hauses Zementputz verwendet, der auf Dauer Schäden verursacht. Der Entschluss, ihn durch einen geeigneten Putz zu ersetzen, war daher unabdingbar.

Anschauliche Dorfkultur

Es ist die Vielfalt seiner in Arbeitskreisen organisierten Aktivitäten, die den Lammersdorfer „Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur“ auszeichnet. Neben dem Museumsbetrieb bildet die Theaterarbeit sein zweites Standbein, aufgegliedert in eine Erwachsenen- und eine Kinder- und Jugendgruppe. Buchpublikationen, Vorträge und Aktionen runden ein Angebot ab, das sich auf die Basis von über fünfhundert zahlenden Vereinsmitgliedern stützen kann. Betritt man das Bauernmuseum, so scheint es fast, als bewege man sich zwanglos im Heim einer Familie, die nur eben außer Haus sei. Alle Einrichtungs- und Alltagsgegenstände lassen sich in Ruhe betrachten, vieles darf man in die Hand nehmen. Das Museum hat sich mit dieser unmittelbaren Anschaulichkeit als Lernort bei Klassenausflügen bewährt, es erklärt aber auch Erwachsenen gern, wie man traditionell-handwerklich drechselt, webt oder Besen bindet.

Lammersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Simmerath, die zum Kommunalverband „Städteregion Aachen“ gehört. Die zweitausend Menschen im Dorf leben in ungewöhnlicher Lage, denn ein Teil des Ortes ist als Exklave komplett von nichtdeutschem Staatsgebiet umschlossen. Der Grund: Die Trasse der 2002 stillgelegten Vennbahn, einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, gehört auf manchen Teilstücken rechtlich zu Belgien. Daher muss man in Lammersdorf ein paar Meter belgisches Hoheitsgebiet durchmessen, um das ganze Dorf zu erleben. Man hat dadurch aber auch direkten Anschluss an den Vennbahnradweg, der seit 2013 auf der Bahntrasse verläuft. Er führt auf 130 Kilometern von Aachen durch den Naturpark Hohes Venn-Eifel und die Ardennen bis ins luxemburgische Ulflingen und berührt mit Deutschland, Belgien und Luxemburg drei verschiedene Länder.

Unser Engagement

Die NRW-Stiftung half auf Antrag des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e. V.“ bei der Reparatur der Dachpfetten des Museums – den waagerechten Balken, auf denen die Dachsparren aufliegen. Zudem wurden tragende Hölzer des Hausständerwerks saniert, historische Kastenfenster mit Winter-Vorsatzflügeln versehen und eine neue Heizungsanlage installiert. Die Maßnahmen erfolgten in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland.


Standort

Bauernmuseum Lammersdorf
Bahnhofstraße 3
52152 Simmerath
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