Bedrohter Sympathieträger
Artenschutzprojekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“

Gelbe Flecken auf schwarz lackierter Haut, dazu tiefschwarz-glänzende Augen: Wer einmal einen Feuersalamander gesehen hat, vergisst die Begegnung mit dem eindrucksvollen Tier nicht so schnell. In Nordrhein-Westfalen stehen die Chancen für eine Begegnung gut. Vor allem in den naturnahen Mischwäldern der Mittelgebirge und dort, wo kleine Bäche frei fließen und stille Tümpel mit kühlem Wasser füllen, leben die Amphibien noch verbreitet.
Neben Straßenverkehr, Naturzerstörung und dem Klimawandel, der immer mehr Bäche austrocknen lässt, entwickelt sich der über den Tierhandel aus Asien eingeschleppte Hautpilz Bsal zu einer immer größeren Gefahr für die Salamander. Expertinnen und Experten halten es sogar für möglich, dass Feuersalamander ohne Hilfe im Kampf gegen den Erreger aussterben könnten. Seit Bsal vor mehr als zehn Jahren erstmals in den Niederlanden entdeckt wurde, hat er sich über die Beneluxländer vor allem nach Deutschland ausgebreitet.
Seit 2015 wird auch in NRW eine rasante Zunahme der Pilzinfektionen dokumentiert. Von der Eifel ausgehend hat Bsal nach Erkenntnissen der Fachleute inzwischen das Ruhrgebiet, das Bergische Land und das Sauerland erreicht und auf seinem Siegeszug stellenweise zu massiven Bestandseinbrüchen unter Feuersalamandern geführt.
Hilfe tut also Not. Um den Tieren zu einer dauerhaften Bestandserholung zu verhelfen, haben der Naturschutzbund NABU und die NRW-Stiftung ein Artenhilfsprogramm auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Lebensräume der Amphibien durch gezielte Maßnahmen ökologisch zu verbessern, um die Salamander dadurch insgesamt widerstandsfähiger gegen Bsal und andere Probleme wie den Klimawandel zu machen. Die Ausgangslage wird von Expertinnen und Experten als günstig angesehen, weil Feuersalamander in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens noch stabile Vorkommen besitzen.
Jede(r) kann mithelfen
Das auf vier Jahre angelegte Projekt gliedert sich in mehrere Phasen. In der 2025 begonnenen ersten Stufe sollen Schwerpunktvorkommen in NRW ermittelt, deren ökologischer Zustand analysiert und Schutzmaßnahmen konzipiert werden. Zudem gilt es, ein Netzwerk aus ehrenamtlichem und professionellem Naturschutz zu schaffen. In einer zweiten Phase soll dann auch Hand angelegt werden, um Lebensräume ökologisch aufzuwerten – beispielsweise, indem Bäche aus ihrem Korsett aus Beton und Rohren befreit und Drainagen zurückgebaut werden.
Ein wichtiger Teil des Projekts ist auch die Öffentlichkeitsarbeit. Denn auch jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag zum Salamanderschutz leisten. Vieles deutet darauf hin, dass der Mensch unabsichtlich der wichtigste Verbreitungsweg für Bsal ist. Die mikroskopischen Pilzsporen können an Schuhen, Fahrradreifen oder Hundepfoten haften und so von Ort zu Ort getragen werden. Hunde beim Spaziergang in Salamanderlebensräumen an der Leine zu führen und die eigenen Schuhe nach dem Waldspaziergang gründlich zu reinigen, sind bereits wirksame Schutzmaßnahmen.
Stand der Angaben: Jahresbericht 2024 | Text: Thomas Krumenacker
Unser Engagement
Die NRW-Stiftung unterstützt das Artenschutzprogramm „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ des NABU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen mit einer Förderung.
NABU Nordrhein-Westfalen
Zukunft des Feuersalamanders in NRWVölklinger Straße 7-9
40219 Düsseldorf
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