Artenschutzprojekt Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Schmetterlings-Sommer im Rhein-Sieg-Kreis

Die NRW-Stiftung fördert ein Artenschutzprojekt für den Dunklen und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling - zwei hochspezialisierte Tagfalter mit komplexem Lebenszyklus. Beginn war im Mai 2020. Projektträger sind die Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Euskirchen.

Spezieller Lebenszyklus

Beide Schmetterlingsarten sind ausschließlich auf den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) angewiesen. Die Falter legen ihre Eier in die Blütenköpfe, wo die Raupen vier Wochen lang fressen. Anschließend lassen sie sich zu Boden fallen und werden von Knotenameisen, insbesondere der Rotgelben Knotenameise (Myrmica rubra), adoptiert. Durch Geruchsimitation gelangen sie in die Ameisenbauten, wo sie überwintern und sich von der Ameisenbrut ernähren, bevor sie sich verpuppen.

Bestandssituation und Schutzstatus

Die intensive Grünlandbewirtschaftung hat die Lebensräume stark reduziert. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling kommt in NRW nur noch im Siegtal, angrenzenden Seitentälern und am Eifelfuß vor. Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ausschließlich rechts des Rheins anzutreffen. Beide Arten stehen im Anhang II der FFH-Richtlinie und erfordern die Ausweisung besonderer Schutzgebiete.

Foto: Steffen Steenken

Vom Management der Bläulings-Flächen profitieren neben den Schmetterlingen auch viele andere Tierund Pflanzenarten wie diese Garten-Wollbiene.

Foto: Marija Bakker

Das Projekt verfolgt zwei Hauptziele: die Stärkung vorhandener Populationen durch Lebensraumaufwertung sowie die Schaffung geeigneter Bläulingswiesen zur Erweiterung des Lebensraumangebots. Neue Flächen werden durch Ankauf oder Vertragsnaturschutz gesichert. Entscheidend ist eine angepasste Bewirtschaftung, die zwischen Mitte Juni und Mitte September - während der Flugzeit und Raupenentwicklung - auf Mahd und Beweidung verzichtet. Parallel startete in Rheinland-Pfalz ein Projekt in den Kreisen Ahrweiler, Neuwied und Altenkirchen. Beide Vorhaben sollen gemeinsam einen länderübergreifenden Biotopverbund für die bedrohten Schmetterlingsarten schaffen.

Ausweitung des Schutzprogramms

Um die Population zu stabilisieren, erwirbt die NRW-Stiftung vier weitere Flächen bei Ersdorf, Neukirchen und Rheinbach. Diese "Trittsteinbiotope" sollen die isolierten Vorkommen vernetzen. Bemerkenswert: Die Falter überwinden entgegen wissenschaftlicher Annahmen Distanzen von über zehn Kilometern, um geeignete Lebensräume zu erreichen – weit mehr als die bisher angenommenen 300-400 Meter.
 

Stand der Angaben: Januar  2024

Das Projekt „Artenschutzprogramm Wiesenknopf-Ameisenbläuling“ in unserem Förderbande-Podcast

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Unser Engagement

Seit 2020 fördert die NRW-Stiftung exklusiv das Artenschutzprogramm für den Dunklen und den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. 


Weitere Informationen:

Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.
Robert-Rösgen-Platz 1
53783 Eitorf

Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.

 


Standort

Artenschutzprojekt Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Rhein-Sieg-Kreis / Kreis Euskirchen
53783 Eitorf, Sitz der Biologischen Station
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