NRW-Stiftung unterstützt Wildkatzenzählung im Rechtsrheinischen

Leisen Pfoten auf der Spur
NRW, 18.03.2009. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hilft dem Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei dem Artenschutzprojekt "Rettungsnetz Wildkatze in NRW" mit 30.000 Euro. Das beschloss jetzt der Stiftungsvorstand unter dem Vorsitz des Bundestagsabgeordneten und früheren Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert in Düsseldorf. Schon vor zehn Jahren unterstützte die NRW-Stiftung Zählungen der scheuen Wildkatze in der Eifel.

Um eine so seltene und bedrohte Art wie die Wildkatze schützen zu können, ist es wichtig zu wissen, wo es wie viele von ihr überhaupt noch gibt. Denn nur so können wir zu ihrem Schutz beitragen, beispielsweise mit sogenannten Trittsteinbiotopen, mit denen die Lebensräume der Wildkatzen vernetzt werden. In NRW gibt es eines der bedeutendsten Vorkommen der Wildkatze in Deutschland, viel mehr ist jedoch nicht über die scheuen Tiere in unserem Land bekannt. Im Rahmen des Projekts "Rettungsnetz Wildkatze in NRW" wird die in der Nordeifel begonnene Zählung jetzt auch auf den rechts¬rheinischen Raum ausgedehnt. Denn auch auf der rechten Rheinseite, im Süderbergland, Teutoburger Wald und Egge-Weser-Gebiet, waren in der Vergangenheit immer wieder Wildkatzen beobachtet worden. Darüber hinaus stellt dieser Raum eine wichtige Verbindung für die Tiere zwischen Rheinland-Pfalz und Niedersachsen dar. Um die Wildkatze im Wald aufzuspüren, leistet die simple "Lockstock¬methode" gute Dienste: Mit Baldrian beköderte Holzpflöcke ziehen Wild-katzen magisch an. Wenn sich die Tiere an den Stöcken reiben, bleiben Haare am Holz hängen, die dann im Forschungsinstitut Senckenberg untersucht werden. Mit einem DNS-Test ist auch eine sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze möglich. Das Projekt ist der Beitrag Nordrhein-Westfalens zu dem länderüber¬greifen¬¬den Biotopverbundkonzept für waldgebundene Tierarten, dem sogenannten "Wild¬katzen¬wege¬plan", das der BUND im Sommer 2004 in Thüringen begonnen hat.

Über 2.000 Initiativen im Naturschutz und in der Heimat- und Kulturpflege hat die NRW-Stiftung seit 1986 gefördert. Beispielsweise besitzt sie inzwischen rund 4.500 Hektar Naturschutzflächen in NRW und unterstützt überregional bedeutende Denkmäler und Einrichtungen wie Schloss Drachenburg in Königswinter, das Neanderthal Museum in Mettmann und das Beethoven-Haus in Bonn. Das Geld für ihre Förderungen stammt überwiegend aus Lotterieeinnahmen, aber auch aus Spenden und Beiträgen ihres inzwischen über 7.200 Mitglieder starken Fördervereins.



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