Beschreibung der Flora
Flora (Farn- und Blütenpflanzen)
Die Zahl der in beiden Teilgebieten bislang nachgewiesenen Pflanzenarten liegt bei 332. Dass diese in einer bisher eher ausgeräumten Agrarlandschaft vergleichsweise hoch ist, hängt zweifellos mit den Optimierungsmaßnahmen im Gebiet zusammen. Dazu gehören Extensivierung und Wiedervernässung von Grünlandflächen sowie die Neuschaffung von Kleingewässern. Von den nachgewiesenen Arten stehen 30 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen von Nordrhein-Westfalen.
Mehr als die Hälfte dieser Arten gehört bezeichnenderweise zur Wasser-, Ufer-, Röhricht- und Feuchtwiesenvegetation. Diese ist vor allem im Bereich der Bastauwiesen entwickelt, teilweise aber auch in Flutrinnen und Vertiefungen der Weseraue. Zu nennen sind Wasserpflanzen wie Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca), Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus), Tannenwedel (Hippuris vulgaris) und Wasserfeder (Hottonia palustris) - Arten offener Uferflächen wie Nickender Zweizahn (Bidens cernua) - Röhricht-Arten wie Strauß-Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), Röhrige Pferdesaat (Oenanthe fistulosa) und Blasen-Segge (Carex vesicaria) - solche der Kleinseggenrieder wie Hirsesegge (Carex panicea) und Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) - Arten nährstoffarmer Sümpfe wie Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) - schließlich typische Pflanzenarten des Feuchtgrünlandes wie Fuchssegge (Carex vulpina), Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), Wiesen-Silge (Silaum silaus). Sie leben in den von hohen Grundwasserständen oder Überflutung geprägten Grünlandflächen oder im Bereich der Kleingewässser und Rinnen.
Andere bemerkenswerte Arten bevorzugen eher trockene, sandige Standorte wie die Frühe und die Nelken-Haferschmiele (Aira praecox, A. caryophyllea), das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana), der Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) und das Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea). Diese finden sich nur in der Weseraue. Das gilt auch für zwei gebietstypische Stromtalpflanzen des Grünlandes, den Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) und den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis).