STIFTEN

TREUHANDSTIFTUNGEN

Eine unselbstständige Stiftung – auch Treuhandstiftung genannt – bietet dem Stifter die Möglichkeit, bei äußerst geringem Zeit- und Verwaltungsaufwand eine eigene Stiftung zu gründen. Das Stiftungsvermögen wird dabei dem Treuhänder anvertraut, der dieses im Sinne des Stifters verwaltet.

Die unselbstständige Stiftung basiert auf einer Stiftungssatzung und einem Treuhandvertrag, den die Stifter mit der NRW-Stiftung abschließen und in dem er genau festlegt, was mit den Erträgen seiner Stiftung geschehen soll. Treuhandstiftungen tragen in der Regel den Namen des Stifters. Da eine Stiftung ihre Zwecke aus den Erträgen ihres Vermögens erfüllt, wird bei Treuhandstiftungen ein Kapitaleinsatz ab etwa 50.000 Euro empfohlen.

Die NRW-Stiftung kann als Treuhänder unselbstständige Stiftungen unter ihrem Dach aufnehmen und verwalten. Voraussetzung dafür ist, dass das vom Stifter verfolgte Ziel einen Bezug zu den Themen der NRW-Stiftung hat. Mit unselbstständigen Stiftungen können bei der NRW-Stiftung sowohl konkrete Projekte als auch bestimmte Themen wie zum Beispiel Naturschutz, Denkmalpflege oder kulturelle Einrichtungen gefördert werden.

In enger Absprache mit dem Stifter organisiert die NRW-Stiftung die Stiftungsgründung und -verwaltung von der Aufsetzung der Verträge bis zu anschließenden Prüfungen bei der Verwendung der Erlöse. So konnten bereits mehrere unselbstständige Stiftungen erfolgreich und ganz im Sinne der Stifter unter dem Dach der NRW-Stiftung realisiert werden.

Stiftungen unter dem Dach der NRW-Stiftung

 
 
Reimann-Stiftung (1999) zum Bericht
 
 
Renate-Röhrscheidt-Stiftung (2007) zum Bericht
 
 
Maculinea-Stiftung NRW (2008) zum Bericht

Interview mit dem Stifter-Ehepaar Brieskorn

Unsere Stifter sind mit der Betreuung ihrer Treuhandstiftungen zufrieden. Lesen Sie hier, welche Erfahrungen Prof. Dr. Egbert und Heidrun Brieskorn als Stifter bei der NRW-Stiftung gemacht haben.

 
 
Sie sind beide seit langen Jahren im Naturschutz aktiv. Was hat Sie zur Errichtung der Maculinea-Stiftung NRW bewogen?
Wenn man einen Teil seines Lebens dafür eingesetzt hat, vom Aussterben bedrohten Lebewesen ihren Lebensraum zu erhalten und wenn man sieht, dass man eines Tages diese Arbeit nicht mehr machen kann, dann gibt eine Stiftung die Hoffnung, dass mit dem eigenen Leben nicht alles zu Ende ist.

Und wieso ausgerechnet eine Stiftung für Schmetterlinge?
Erwin Chargaff hat einmal gesagt: „Alles ist schön, was man lang anschaut“. Für uns sind diese Schmetterlinge, die wir nun schon so viele Jahre anschauen, wunderschön. Wegen ihrer merkwürdigen Lebensweise sind sie sehr selten geworden. Wir möchten, dass sie noch viele Jahre über unsere Wiesen fliegen.

Warum trägt die Stiftung nicht Ihren Namen? Viele Stifter bewahren sich damit sonst ein kleines Stück Unsterblichkeit und verbinden ihren Namen dauerhaft mit einem guten Zweck.
Wir meinen, dass der Name Maculinea-Stiftung NRW ganz gut auf den Zweck der Stiftung verweist: dazu beizutragen, dass die Schmetterlinge der Gattung Maculinea, die seit Millionen von Jahren auf dieser Erde leben, hier nicht aussterben. Auf die Erinnerung an uns nach unserem Tode kommt es uns beiden eigentlich nicht an.

Wieso haben Sie sich für die Form der Treuhandstiftung entschieden?
Wir sind nicht reich, und darum ist unsere Stiftung erst mit einem relativ kleinen Kapital ausgestattet. Wir leisten gern praktische Arbeit für den Natur- und Artenschutz, aber wir möchten unsere Zeit nicht gern für formale Dinge verwenden. Davon sollte uns die Hilfe durch einen starken Treuhänder entlasten.

Und wie sind Sie zur NRW-Stiftung gekommen?
Wir haben uns umgeschaut und nach großen Stiftungen gesucht, die viel für den Naturschutz leisten. Wir haben gefunden, dass die NRW-Stiftung die einzige große Stiftung dieser Art in unserer Region ist. In ihr sehen wir einen starken und verlässlichen künftigen Beschützer.

Sie blicken inzwischen auf über ein Jahr Stiftungserfahrung zurück. Wie ist Ihre persönliche Bilanz?
Ein Jahr ist natürlich für eine auf Dauer angelegte Stiftung noch kein langer Zeitraum. Aber eins können wir heute schon sicher sagen: Die Entscheidung für die NRW-Stiftung war richtig. Ihre Mitarbeiter haben uns mit großer Freundlichkeit und viel Engagement bei allen Anliegen und Schwierigkeiten geholfen. Darüber hinaus haben wir einen Kreis von wunderbaren Menschen kennengelernt, die seit Jahren in vielfältiger Weise mit der NRW-Stiftung verbunden sind und mit denen wir gerne zusammenkommen. Noch arbeiten wir beide zusammen mit Freunden auch praktisch für den Stiftungszweck, weil wir es noch können und weil die Mittel der Stiftung zurzeit noch nicht reichen, um alle notwendigen Arbeiten zu bezahlen. Deswegen haben wir auch die aus der Stiftung resultierende Steuerrückzahlung in diesem Jahr verwendet, um das Stiftungskapital aufzustocken.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Stiftung?
Erstens, dass sich Menschen finden, die uns durch eine Zustiftung helfen. Zweitens, dass, wenn wir nicht mehr können, die NRW-Stiftung Menschen findet, die unsere Arbeit fortführen. Drittens, dass diese Arbeit nicht vergeblich ist.


Stefan Ast M. A.
Referent Stifterbetreuung und Treuhandstiftungen
Stiftungsmanager DSA

Telefon: 0211 - 454 85-37
Fax: 0211 - 454 85-22
E-Mail: stefan.ast@nrw-stiftung.de


Bookmark and Share