MANUELSKOTTEN IN WUPPERTAL

MESSERS SCHNEIDE WIE VOR 100 JAHREN

Wie viele Schleifkotten liegt auch der historische Manuelskotten dicht am Wasser - idyllisch eingebettet ins schöne Tal des Kaltenbaches. Die letzte noch per Wasserrad betriebene Anlage im Wuppertaler Stadtgebiet hat viele Namen: Kaltenbacher Kotten heißt sie offiziell und Manuelskotten im Sprachgebrauch, während die Einheimischen sie mundartgerecht Manewellskotten nennen. Besucher erreichen ihn nur über einen schmalen Straßenzug durch das umliegende Landschaftsschutzgebiet oder mit der Bergischen Museumsbahn. Aber der Weg lohnt sich.

Die etwa 200 Jahre alte Messerschleiferei ist heute ein Industriedenkmal mit angeschlossener Besucherwerkstatt: Messers Schneide wird hier auch heute noch von Hand geschliffen, geschärft und poliert. Die Produktion nach überlieferter Knienaß-Methode beschränkt sich dabei auf Spezialmesser für Fleisch verarbeitende Betriebe im Auftrag eines Remscheider Unternehmens. Mit einem Wasserrad, der ehemals genutzten Dampfmaschine, einem alten Dieselmotor, dem schon moderneren Generator und einem moderneren Dieselmotor gibt der Kotten darüber hinaus einen anschaulichen Überblick über die Geschichte der Energiegewinnung in den vergangenen hundert Jahren.

Seit etwa 1850 rauschen die Mühlblätter am Manuelskotten in Wuppertal-Cronenberg. Alte Dokumente berichten von einem schweren Brand im Jahr 1901, der Kotten wurde jedoch unverzüglich ein paar Meter weiter bachaufwärts neu errichtet. Sein Standort ist typisch für den Metall verarbeitenden Gewerbezweig: Das bergisch-märkische Hügelland besitzt zahlreiche Erzvorkommen, und durch den gleichzeitigen Holzreichtum der Region war die Rohstoffgewinnung des Eisengewerbes gesichert.

Das alte Gebäude und die Einrichtung des Manuelskottens blieben unverändert erhalten, stellen aber nicht bloße Ausstellungsräume dar: Besucher sind herzlich eingeladen, zuzusehen wie der Schleifer in die Knie geht - in Knie- und Schleifblotschen (Knieschonern und Holzschuhen) zeigt er Kniffe und Tricks seines traditionellen Handwerks.


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Druckversion  [Druckversion]
Der Eintritt ist generell frei.

Bei vielen Projekten erhalten die Mitglieder des Fördervereins vergünstigten Eintritt. [mehr]
Benannt wurde der Kotten nach seinem ehemaligen Besitzer Emanuel Morsbach. Mit Hilfe der NRW-Stiftung und durch das Engagement des Fördervereins Manuelskotten konnte der Erhalt der historischen Schleiferei gesichert und die Anlage restauriert werden. Seit 1993 ist diese Eigentum der Stadt Wuppertal und Außenstelle ihres Historischen Zentrums.

Googlemap aufrufenManuelskotten
Kaltenbacher Kotten 1
42349 Wuppertal-Cronenberg
Telefon: 02 02 / 47 61 29
www.manuelskotten.de

Bookmark and Share