IMKEREI-MUSEUM IN RHEINE

AUF TUCHFÜHLUNG MIT DEN HONIGLIEFERANTEN

Jede Menge Bienen krabbeln auf der Honigwabe herum, die Alfons Kamp aus dem Bienenstock zieht. Hier im Lehrbienenstand des Imkerei-Museums in Rheine gehen die Besucher mit den nützlichen Insekten auf ungefährliche Tuchfühlung. Im oberen Stock des kleinen Fachwerkhauses informiert eine Ausstellung über die traditionelle Herstellung von Honig und Wachs. Zu sehen gibt es auch viele alte Gerätschaften der Imker sowie historische Bienenkörbe.

Neugierig treten die Besucher näher an den Imker Alfons Kamp heran und fragen ihn nach seinem Geheimnis. Es ist die Imkerpfeife, die er mit Schafgarbe und Rainfarn füllt und deren Rauch die Bienen beruhigt. Durch diesen "Trick", den die Imker schon seit Jahrtausenden anwenden, verlieren auch die Besucher ihre Ängste vor den Insekten - ein Hauptanliegen des Bienenliebhabers. Ruhig erklärt Herr Kamp den Besuchern, wie er die Bienen gar nicht erst zum Stechen provoziert. Ist er trotz aller Vorsicht doch einmal gestochen worden, zeigt der Imker den Besuchern auch, wie sich der Stachel leicht aus der Haut entfernen lässt.

Auch zur Geschichte der Imkerei bietet das Museum viele Informationen: Schon seit Jahrtausenden gewinnen die Imker aus dem Blütennektar schmackhaften Honig, nur ein wenig leichter haben sie es sich dabei gemacht. So hat sich die Gestalt der Bienenkörbe mit der Zeit gewandelt. Die traditionell geflochtenen Körbe, die wie große Fingerhüte aussehen, sind jetzt nur noch im Imkereimuseum zu bewundern. Im Erdgeschoss sind Bienenkörbe aus den verschiedenen Regionen Deutschlands und der Niederlande ausgestellt. In der Praxis werden heute rechteckige Holzkisten als Bienenstöcke verwendet, damit die Imker den reifen Honig leichter ernten können.

Früher spielte auch das Wachs der Bienen eine große Rolle, da es für die Kerzenproduktion sehr wichtig war. Oft mussten die Bauern neben Honig auch Wachs mit der Pacht als "Zehnten" an ihren Grundbesitzer abgeben.

Die grau-braunen Insekten werden aber nicht nur zur Honig- und Wachsgewinnung benötigt: "Obstbauern brauchen sie, um Apfel-, Birnen- und Kirschbäume zu bestäuben", erzählt Alfons Kamp. "In den letzten Jahrhunderten unternahmen Imker oft weite Wanderungen. Anfang der 60er Jahre waren die Bauern jedoch überzeugt, dass Bienen nicht mehr benötigt würden, weil die Obstbäume sich selbst bestäuben könnten. Die Obsternte war in den darauf folgenden Jahren geringer, die Äpfel klein und schrumpelig. Es hat dann nicht lange gedauert, bis die Imker wieder gerufen wurden."


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Auf Anregung des Heimatvereins Rheine 1877 e. V. half die Nordrhein-Westfalen-Stiftung bei der Einrichtung eines Imkerei-Museums im Heimathaus Hovesaat.
Ergänzend zum Imkerei-Museum betreibt der Imkerverein Rheine auf der Hofanlage für die Besucher auch einen Lehrbienenstand.

Heimathaus Hovesaat
Hengemühlenweg 19
48432 Rheine
Tel.: 05 97 1/70 47 7

Im Sommer können die historische Imkerei und der Lehrbienenstand sonntags von 10-12 Uhr besichtigt werden. Nach Absprache sind Gruppenführungen möglich.

Weitere Infos:
Web: www.kreisimkerverein-steinfurt.de/
E-Mail: wenners-epping@t-online.de

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