NATURSCHULE AGGERBOGEN IN LOHMAR

LERNEN IM GRÜNEN

 
 
Wollten Sie schon immer einmal in den "Zauberwald" verschlagen werden, an einer "Kleintiersafari" teilnehmen oder sich als "Detektiv im Winterwald" betätigen? Dann sind Sie bei der Naturschule Aggerbogen in Lohmar genau richtig, denn diese Projekte sind nur einige der über 30 nach Jahreszeit variierenden Veranstaltungen. Mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene nehmen die vielfältigen Angebote und Exkursionen der Naturschule jährlich wahr.

 
 
Gegen Ende der 80er Jahre wurde das 16 Hektar große Gelände, auf dem sich heute die Schule befindet, von der Gemeinde Lohmar zur Renaturierung freigegeben. Zunächst hatten manche Bürger wenig Verständnis für die Pläne des Naturschutzbundes NABU, den "Landschaftsgarten Aggerbogen" einzurichten. Längst jedoch hat die jahrelange erfolgreiche Arbeit für die Natur die Einwohner Lohmars mit dem Projekt versöhnt.

 
 
Vor zehn Jahren begannen die Arbeiten an der Agger: Man entfernte Asphalt, legte einen Teich an und pflanzte rund 20.000 Bäume und Sträucher. Die Besucherzahlen stiegen rasch, und so fiel der Entschluss, das alte Sportlerheim auf dem Gelände zur Naturschule umzubauen. "Wir haben dort 1997 ein Ökolabor eingerichtet, in dem die Kinder beispielsweise Wasserproben untersuchen oder erfahren, wie Brot und Butter hergestellt werden", sagt Dr. Manuela Giannetti, die Leiterin der Schule.

 
 
Heute arbeitet sie bereits mit zwei festen freien Mitarbeiterinnen und acht Kinder- und Jugendbetreuerinnen zusammen. "Gerade Kinder sind sehr gerne hier. Wir bieten Biologie im Freien und Natur zum Anfassen", erklärt die Leiterin. Regelmäßigen Besuch erhält die Naturschule von den "Aggerfröschen", einer Gruppe Kinder und Jugendlicher bis 14 Jahren, die auch schon einige Umweltpreise gewonnen haben. Die Allerkleinsten machen bei den "Ökozwergen" mit, deren Mitglieder zwei bis sechs Jahre alt sind. "Bei uns können die Kinder unter Aufsicht im Matsch spielen. Das kann man heute auch im ländlichen Bereich nicht mehr überall", erklärt die Leiterin. Aber auch Einzelbesuchern wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, das von Nachtwanderungen bis zu Nachmittags- oder Wochenendkursen reicht.

 
 
Mittlerweile verfügt die Naturschule über ein "offenes Klassenzimmer". Es wurde an das bestehende Haus angebaut und bietet Platz für 30 Personen. Schülerinnen und Schüler können dort ihren Biologie-Unterricht im Grünen verbringen und haben dabei trotzdem ein festes Dach über dem Kopf. Der Architekt und die ausführenden Firmen arbeiteten honorfrei, dank der Vermittlung des Naturschutzbundes (NABU) Rhein-Sieg. Die Kosten für das Baumaterial wurden von der NRW-Stiftung und weiteren Förderern übernommen. Das pädagogische Konzept überzeugte auch die Deutsche Umwelthilfe. Sie kürte das offene Klassenzimmer zum "Projekt des Monats".

 
 
Die zehnjährige Arbeit hat sich aber auch für den Tier- und Pflanzenbestand des Landschaftsgartens gelohnt: Eisvogel und Wasseramsel brüten in der Aggeraue, und mittlerweile sind 28 geschützte Pflanzen der Rote-Liste-Arten dort heimisch. Neben Fragen zum Landschaftsgarten sind die Mitarbeiterinnen auch gerne bereit, allgemeine Fragen zur Umwelt zu beantworten. Die Naturschule bietet ihren Besuchern sogar noch einen weiteren Service an: Im Schulgebäude können Honig aus eigener Produktion sowie andere ökologisch erzeugte Genussmittel erworben werden.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2/2008


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Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hat den Naturschutzbund bei der Renovierung des alten Sportlerheims unterstützt. Die dort neu eingerichtete Naturschule konnte mit einem Ökolabor ausgestattet werden, in dem Kinder beispielsweise Wasserproben untersuchen können.

Außerdem förderte die NRW-Stiftung die Einrichtung eines "offenen Klassenzimmers" an der Naturschule, das 30 Personen Platz für Unterricht im Grünen bietet.

Naturschule Aggerbogen
Am Aggerbogen 1
53797 Lohmar-Wahlscheid
Tel.: 02 20 6/21 43
Fax: 02 20 6/86 63 22
E-Mail: manuela.giannetti@t-online.de
Web: www.naturschule-aggerbogen.de

Geboten werden regelmäßige Veranstaltungen und Exkursionen für Einzelbesucher und Gruppen. In diesem Fall ist eine Anmeldung erforderlich. Die Kosten richten sich nach der Art der Veranstaltung.

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