AHE-HAMMER IN HERSCHEID

WASSERKRAFTVOLL UND EISENWEICH

Die Schwarze Ahe - ein Flüsschen im märkischen Sauerland - trieb schon im 16. Jahrhundert das Hammerwerk an. (Foto: Bernd Hegert)
Die Schwarze Ahe - ein Flüsschen im märkischen Sauerland - trieb schon im 16. Jahrhundert das Hammerwerk an. (Foto: Bernd Hegert)
Kennen Sie die "Schwarze Ahe"? Wenn nicht, dann sind Ihnen bislang genau 8,3 Kilometer NRW entgangen. So lang ist die Schwarze Ahe, ein Flüsschen, das dem märkischen Sauerland schon im 16. Jahrhundert half, buchstäblich auf Draht zu bleiben. Denn bereits damals trieb es ein Hammerwerk an, in dem ganz spezielle Eisen geschmiedet wurden.
Osemund – so heißt das weiche und leicht formbare "Zieheisen", das in der ehemaligen Grafschaft Mark unter den Hammer kam. Es eignete sich besonders gut zur Drahtherstellung. Märkischer Draht wurde dadurch zu einem Qualitätsprodukt, dem Städte wie Lüdenscheid, Altena und Iserlohn einen guten Teil ihrer wirtschaftlichen Entwicklung verdankten. Wer mehr darüber wissen will, dem sei ein Besuch im Deutschen Drahtmuseum in Altena empfohlen.

Hammer mal zwei

Keimzelle eines Weltkonzerns. (Foto: Bernd Hegert)
Keimzelle eines Weltkonzerns. (Foto: Bernd Hegert)
Ursprünglich war der Ahe-Hammer im Besitz der Unternehmerfamilie Brüninghaus. Als Teil der späteren Krupp-Brüninghaus GmbH gehört er daher zu den Keimzellen des heutigen Thyssen- Krupp Konzerns – eine Verwandtschaft, die man dem vertieft liegenden Grauwacke-Gebäude mit seinem Fachwerkgiebel nicht unbedingt ansieht. Es beherbergt Technik, die in dieser Form von 1884 bis 1941 arbeitete: Zwei Hämmer wurden durch ein Wasserrad angetrieben. Ein weiteres Wasserrad lieferte die Energie zur "Winderzeugung" für die Schmiedefeuer. 2013 hat die "Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur" den Ahe-Hammer übernommen. Gelder der Stadt Werdohl, der Gemeinde Herscheid und der ThyssenKrupp AG ermöglichten Sanierungsmaßnahmen am Hammerteich. Das Gebäude selbst musste 2014 wegen Bauschäden geschlossen werden. Dabei soll es aber nicht bleiben: Unterstützt vom Förderverein "Osemunddenkmal Ahe-Hammer" und mithilfe der NRW-Stiftung sieht die Anlage inzwischen einer aussichtsreichen Zukunft als regelmäßig geöffneter Attraktion entgegen – Schmiedevorführungen, spielerische Aktionen und Maßnahmen zur Barrierefreiheit inklusive.

Stand der Angaben: 1/2017


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