ALTER HOF SCHOPPMANN IN NOTTULN-DARUP (KREIS COESFELD)

EIN SCHRITTMACHER FÜR DARUPS HERZ

Mehrere Institutionen arbeiten eng zusammen und machen Darups Ortsmitte zu einem beliebten und belebten Treffpunkt.
Mehrere Institutionen arbeiten eng zusammen und machen Darups Ortsmitte zu einem beliebten und belebten Treffpunkt.
Das Personal im Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e. V. arbeitete früher eher versteckt. Für ein paar Büros reichten die angemieteten Räume im Coesfelder Zentrum zwar, aber Platz für Veranstaltungen gab es dort nicht, und Besucher verirrten sich nur selten in die Geschäftsstelle. Das hat sich grundlegend geändert. Seit das Naturschutzzentrum auf einen alten münsterländischen Bauernhof im Nottulner Ortsteil Darup umgezogen ist, geht es mit der Öffentlichkeitsarbeit steil bergauf. Grund sind nicht nur die neuen Ausstellungsräume. Auch die enge Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus den Bereichen Dorfentwicklung und soziale Arbeit beschert den Naturschützern mehr
Auch eine Werkstatt ist Teil des "neuen" Alten Hofs Schoppmann.
Auch eine Werkstatt ist Teil des "neuen" Alten Hofs Schoppmann.
Aufmerksamkeit. Und Darups Ortsmitte wird mit der neuen "Wohngemeinschaft" noch lebendiger.

Die Zukunft vieler Dörfer im westlichen Münsterland ist ungewiss: das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, die Nahversorgung wird schwieriger und immer mehr Gebäude werden aufgegeben. In Darup machten Bürger und Vereine deshalb aus der Not eine Tugend und entwickelten ein Konzept, das eine Antwort auf mehrere der genannten Herausforderungen geben soll. Im "Alten Hof Schoppmann", in dem bis vor wenigen Jahren noch Landwirtschaft betrieben wurde, belebt jetzt eine Gemeinschaft aus mehreren Eigentümern die renovierten Gebäude. Neben der Geschäftsstelle des Naturschutzzentrums mit
Die neuen Ausstellungsräumen des Naturschutzzentrums im alten Bauernhof machen Darups Ortsmitte noch lebendiger.
Die neuen Ausstellungsräumen des Naturschutzzentrums im alten Bauernhof machen Darups Ortsmitte noch lebendiger.
angeschlossener Ausstellung gibt es ein Café und einen neuen Dorfgemeinschaftsraum. Weiterhin wurden Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit einem Eingliederungsbedarf eingerichtet, die vom Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) angeleitet werden. Mittelfristig vorgesehen ist auch das Angebot einer Tagespflege, das Angehörige entlasten soll, und ein Angebot für die Nahversorgung. Schließlich gehört zum Hof noch ein rd. 5.000 Quadratmeter großer Außenbereich, der sich in die Naturschutz- und Umweltbildung einbeziehen lässt. In Planung ist beispielsweise ein Kräutergarten, der an das Wirken des überregional bekannten Daruper Botanikers und Arztes Clemens von Bönninghausen erinnert.

Ein Zentrum für alle

Generationen- und themenübergreifend geben Sozialeinrichtigungen, Naturschützer und junge Familien dem Nottulner Ortsteil einen lebendigen Mittelpunkt.
Generationen- und themenübergreifend geben Sozialeinrichtigungen, Naturschützer und junge Familien dem Nottulner Ortsteil einen lebendigen Mittelpunkt.
Inzwischen ist auch die Daruper Bürgergenossenschaft neben dem Verein IBP und dem Naturschutzzentrum ganz offiziell Miteigentümerin. Sie nutzt den attraktiven Treffpunkt, um im Programm des Hofes Kulturveranstaltungen und Kurse für alle Altersgruppen anzubieten. "Manche Dorfbewohner sind neuen Ideen gegenüber erstmal skeptisch, und sie würden vielleicht am liebsten die Zeit anhalten", berichtet Thomas Zimmerman, der Leiter des Naturschutzzentrums, "aber wir haben unsere Vorstellungen von der gemeinsamen Nachbarschaft in dem alten Hof den Darupern frühzeitig offengelegt. Jetzt, da der Gemeinschaftsraum oft benutzt wird, identifizieren sie sich stark mit diesem Projekt." Und die Nachfrage wächst. "Es ist zunehmend mehr los – schon in der Planungsphase haben sich viele fruchtbare Kontakte mit anderen Initiativen ergeben, von denen man vorher kaum etwas wusste." Dass die Naturschützer ihre eigenen Veranstaltungen, Vorträge und Seminare ebenfalls gleich bei sich im Haus anbieten können, freut Zimmermann am meisten: "Der Hof bietet dafür einen idealen Rahmen, und das Schöne ist, wir sind ja hier nicht irgendwo außerhalb – der Hof liegt super zentral, mitten in Darup!"

Text: Günter Matzke-Hajek
Fotos: Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e. V.
Darup - Der Nabel des West-Münsterlandes?

Clemens Freiherr von Bönninghausen (1785 - 1864) hatte viele Interessen.
Clemens Freiherr von Bönninghausen (1785 - 1864) hatte viele Interessen.
Clemens Freiherr von Bönninghausen (1785-1864), war ein umfassend gebildeter Mann mit vielen Interessen. Er war promovierter Jurist, Topograph, Leiter eines landwirtschaftlichen Gutshofs, Universitätsdozent, Direktor des Botanischen Gartens Münster und er praktizierte viele Jahre als Arzt. Im Jahr 1824 veröffentlichte Bönninghausen ein Buch über die Pflanzenwelt Westfalens. In Deutschland war er ein Pionier der Homöopathie. Schon 1816 wurde er "auf allerhöchste Verfügung" zum ersten kommissarischen Landrat des Kreises Coesfeld ernannt. Bönninghausen richtete in seinem eigenen Gutshaus die "Kreisstube" ein, die an zwei Vormittagen pro Woche öffnete. Das Personal bestand aus einem Schreiber, einem Boten und ihm selbst. So wurde Darup zum ersten Verwaltungssitz des Kreises Coesfeld – wenn auch nur für drei Jahre. Eine Straße und eine Bronzebüste erinnern an den berühmten Daruper.

Stand der Angaben: 2016 / Nr. 2


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Seit 1995 setzt sich das Naturschutzzentrum Coesfeld e. V., das zugleich die offizielle Biologische Station des Kreises Coesfeld ist, für den Erhalt und den Schutz wertvoller Lebensräume und ihrer Pflanzen- und Tierwelt in der Münsterländischen Parklandschaft ein. Zu den größeren Schutzgebieten der Region gehören die Baumberge mit ihren naturnahen Buchenwäldern. Diese höchste Erhebung des Münsterlandes ist Quellort zahlreicher Fließgewässer wie Berkel oder Stever - wichtige Lebensadern für den Biotopverbund. Insgesamt betreut das Naturschutzzentrum rund 7.300 Hektar Schutzgebiete, darunter auch rund 30 Hektar stiftungseigene Flächen in Coesfeld und Billerbeck. Für die Um- und Ausbauarbeiten des Torhauses im "Alten Hof Schoppmann" stellte die NRW-Stiftung Fördergelder zur Verfügung. Weitere maßgebliche Mittel kamen aus dem EU-Leaderprogramm und der Gemeinde Nottuln. Das Zentrum verfügt jetzt neben neuen Büroräumen auch über Räume für Ausstellungen und für die natur- und heimatkundliche Bildungsarbeit.

Googlemap aufrufenAlter Hof Schoppmann gGmbH
Natur, Information, Bildung
Am Hagenbach 11
48301 Nottuln-Darup
Telefon: 02502 - 2274062
Fax: 02502 - 2274064

www.alter-hof-schoppmann.de

In dem Hof ist unter anderem das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld untergebracht.

www.naturschutzzentrum-coesfeld.de

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