VORBURG ZU SCHLOSS DRACHENBURG

NATURSCHUTZ HAT GESCHICHTE

 
 
Im Siebengebirge, nahe bei Bonn, erhebt sich ein Wahrzeichen des Naturschutzes in Deutschland: der Drachenfels. Schon 1836 kaufte der Staat Preußen die Bergkuppe, um sie vor weiterer Zerstörung durch Steinbrucharbeiten für den Kölner Dom zu bewahren - der Drachenfels wurde damit faktisch zu Deutschlands ältestem Naturschutzgebiet. Ein passender Ort für das Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes, das in der Vorburg zum Schloss Drachenburg seine Heimat gefunden hat.

 
 
Ursprünglich diente die Vorburg lediglich als repräsentative Zufahrt und Wirtschaftsgebäude für das Schloss Drachenburg, das mitten in dem Naturschutzgebiet auf halbem Wege zur Spitze des Drachenfelsens liegt. 1989 nahm sich die NRW-Stiftung des Gebäudes an und gab es wenige Jahre später an die Stiftung Naturschutzgeschichte weiter. Sie hat hier eine bundesweit einmalige Kombination aus Museum, wissenschaftlichem Archiv und Tagungsstätte geschaffen.

Die zum Museum umgewandelte Vorburg des Schlosses Drachenburg präsentiert seinen Besuchern die Wurzeln, Wege und Ziele des Naturschutzes in Deutschland. Einerseits wollten Naturschützer die Vielfalt und Schönheit der Natur bewahren und schützen. Andererseits ging es ihnen um die nachhaltige Nutzung der Natur, wobei Naturschützer immer wieder in Konflikt mit Landwirten gerieten. Die beiden Flügel des Museumsgebäudes erzählen in Beispielgeschichten von den Anstrengungen der Vogelschützer und von den Auseinandersetzungen der Naturfreunde beispielsweise mit Befürwortern von Flurbereinigung und Moorkultivierung.

 
 
Als Gedächtnis der Naturschutzbewegung nimmt das Archiv der Stiftung Dokumente, Bild-, Ton- und Filmerzeugnisse der deutschen Umweltschutzgeschichte auf. Dabei konzentriert sich die Arbeit der Stiftung Naturschutzgeschichte auf die Dokumentation ehrenamtlicher Tätigkeit nach 1945. Das Archiv, das Wissenschaftler für ihre Forschung nutzen können, lädt auch interessierte Laien zum Stöbern ein. Auf Wunsch nimmt die Stiftung Naturschutzgeschichte auch Sammlungen von Privatleuten und Verbänden in ihr Archiv auf.

In Foren greift die Stiftung aktuelle oder historische Themen des Naturschutzes auf, um daraus Perspektiven für die Aufgaben des Naturschutzes zu entwickeln. So hat die Stiftung Naturschutzgeschichte vom 3. bis 5. Juli 2002 zum Fachkongress auf die Vorburg zum Schloss Drachenburg eingeladen, um über das Thema "Naturschutz und Nationalsozialismus - Erblast für den Naturschutz im demokratischen Rechtsstaat?" zu diskutieren.

 
 
In der Kombination dieser drei Aspekte ist das Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes einmalig in Deutschland. Und ganz nebenbei gewährt der Besuch auf dem Drachenfels, dem Ruf nach der meistbestiegene Berg Europas, noch einen einzigartigen Ausblick auf das Rheintal, die Höhen der Eifel und hinab in die Kölner Bucht. Hinauf gelangen Besucher übrigens nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Zahnradbahn - der ältesten Bergbahn Deutschlands.


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Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung gründete 1996 zusammen mit dem Land NRW die Stiftung Naturschutzgeschichte und stellt zudem die Vorburg zum Schloss Drachenburg als Heimat des "Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland" zur Verfügung. Das Schloss Drachenburg selbst wird derzeit von der NRW-Stiftung, dem Land und der Stadt Königswinter restauriert.

Googlemap aufrufenMuseum zur Naturschutzgeschichte
in Deutschland
Drachenfelsstraße 118
53639 Königswinter
Telefon: 0 22 23 / 70 05-70
www.naturschutzgeschichte.de

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