DER HISTORISCHE HAFENKRAN IN DUISBURG-RUHRORT

DER DREH MIT DEM DAMPF

Ruhrort, wo der Kran heute zu sehen ist, gehört erst seit 1905 zu Duisburg. <small>Bild: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt</small>
Ruhrort, wo der Kran heute zu sehen ist, gehört erst seit 1905 zu Duisburg. Bild: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Druck aufbauen, den richtigen Dreh finden und gleichzeitig mit schweren Lasten fertig werden – das waren die Auf­gaben des 1897 gebauten Duisburger Dampfdrehkrans. Die Kranführer mussten mithilfe des 14 Meter langen Auslegers und des Drehkranzes schweißtreibende Manöver vollbringen, sorgte der Druckkessel doch für enorme Hitze im Steuerhäuschen. Fast 80 Jahre lang arbeitete der Kran im Duisburger "Parallelhafen", der Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum sogenann­ten Außenhafen angelegt worden war. Heute findet man das technische Denkmal in Duisburg-­Ruhrort. Es steht nicht mehr unter Dampf, aber immer noch unter freiem Himmel.

Der Spaziergang am Rhein führt auch zu mehreren historischen Schiffen des Museums der Deutschen Binnen-schifffahrt. <small>Bild: Museum der Deutschen Binnen-schifffahrt</small>
Der Spaziergang am Rhein führt auch zu mehreren historischen Schiffen des Museums der Deutschen Binnen-schifffahrt. Bild: Museum der Deutschen Binnen-schifffahrt
Angefeuert wird der Dampfkessel schon lange nicht mehr, denn der vor exakt 40 Jahren ausrangierte Kran muss nicht länger Gewichte von über vier Tonnen bewegen. Stattdessen bildet er als Außenexponat des nahen Museums der Deutschen Binnen­schifffahrt zusammen mit drei historischen Schiffen ein anschauliches Ensemble zur Duisburger Hafengeschichte. Verrostete Me­tallteile und die beginnende Vermoderung des Holzaufbaus bedrohten allerdings in den letzten Jahren zunehmend das noch weitgehend im Originalzustand befindliche Denkmal.

DER LETZTE SEINER ART

<small>Bild: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt</small>
Bild: Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Der von der Duisburger Maschinenfabrik Johann Jaeger gebaute Dampfdrehkran gilt als letztes Exemplar seiner Bauart in Deutschland. In seinen aktiven Zeiten hatte er zuletzt Schrott verladen, doch ihm selbst sollte der Weg auf den Schrotthaufen natür­lich erspart bleiben. Daher riefen Benno Lensdorf und seine engagierten Mitstreiter vom Förderverein für ein Maritimes Ruhrort – Ruhrorter Flaggenmast e. V. eine erfolgrei­che Rettungsinitiative ins Leben. Frisch restauriert gibt der Kran mit seiner blauen Kabine jetzt für die Spaziergänger auf der Rheinpromenade ein schmuckes Bild ab. Es ist im Übrigen geplant, durch Verglasun­gen demnächst auch Blicke in das Innere des Steuerhauses zu ermöglichen – und so den Betrachtern im wahrsten Sinne des Wortes zusätzliche historische Einsichten zu vermitteln.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2014/2


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Die NRW-Stiftung unterstützte den Förderverein für ein Maritimes Ruhrort – Ruhrorter Flaggenmast e. V. bei der Restaurierung des historischen Dampfdrehkrans von 1897 und stärkte damit den Außenstandort des maßgeblich geförderten Museums der Deutschen Binnenschifffahrt.

Googlemap aufrufenEs empfielt sich die Besichtigung des Kranes mit einem Besuch des Binnenschifffahrtsmuseums und dessen Museumsschiffe zu kombinieren.
Der Kran befindet sich in unmittelbarer Nähe der Museumsschiffe in Höhe der "Schifferbörse" am:
Gustav-Sander-Platz
47119 Duisburg
www.binnenschifffahrtsmuseum.de

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