DIE EHEMALIGE MASCHINENFABRIK HESSE & JÄGER IN LÜDENSCHEID

SPORTLICHE SCHNECKEN IM DENKMAL

Die Haupthalle der alten Fabrik Hesse & Jäger ist ein Ziegel-bauwerk mit Stahlfachwerk. <br />
<small>Bild: Uwe Grode</small>
Die Haupthalle der alten Fabrik Hesse & Jäger ist ein Ziegel-bauwerk mit Stahlfachwerk.
Bild: Uwe Grode
In den gut einhundert Jahre alten Hallen der Lüdenscheider Fabrik Hesse & Jäger wurden zuerst Knöpfe, später Maschinen für die Drahtindustrie und zuletzt auch Teppichpaternoster hergestellt – Aufzüge mit Endlosumlauf zur Präsentation von Teppichware, wie man es aus Baumärkten kennt. Ein ganzes Kapitel der traditionsreichen Lüdenscheider Metallindustrie verbindet sich mit dem Fabrikgelände. Doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lag der Betrieb still, und einem stadtbildprägenden Baudenkmal drohte damit der Verfall. Die Rettung nahte im Schneckentempo, pardon: im Turbo-Schneckentempo.

Aus sechs Gebäuden, darunter zwei Hallen, besteht die ehemalige Maschinenfabrik Hesse & Jäger. Das Wort "Schneckenhaus" würde einem beim Blick auf den Komplex normalerweise wohl nicht einfallen. Aber wenn gleich mehrere Tausend Schnecken eine Bleibe suchen, dann muss das passende Häuschen zwangsläufig ein wenig größer ausfallen. Des Rätsels Lösung: Der 1990 gegründete Verein "Turbo-Schnecken Lüdenscheid" wendet sich mit einem breit gefächerten Sportangebot an mehr als 2.000 Mitglieder. Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren werden von rund 70 Übungsleitern bei Badminton, Stepaerobic, Inlineskating, Radfahren, Laufen und Nordic Walking sowie vielen Trendsportarten wie Kantaera, Drums Alive oder Yoga betreut.

Vorbildlicher Beitrag
Auch die kleinere Halle ist ein Ziegelbau. Zusammen mit einigen Nebengebäuden bildet der Komplex heute das Sport- und Vereinsheim der "Turbo-Schnecken Lüdenscheid", die sich dem Breiten-, Reha- und Präventionssport widmen. <br />
<small>Bild: Michael Bahr</small>
Auch die kleinere Halle ist ein Ziegelbau. Zusammen mit einigen Nebengebäuden bildet der Komplex heute das Sport- und Vereinsheim der "Turbo-Schnecken Lüdenscheid", die sich dem Breiten-, Reha- und Präventionssport widmen.
Bild: Michael Bahr
Ganz klar: Ein solches Spektrum an Breitensport braucht Platz. Da die Turbo-Schnecken Kurse lange Zeit auf verschiedenste Orte verteilen mussten, suchten sie nach einer besseren Lösung und ersteigerten 2008 die leer stehenden Fabrikgebäude. Womit das nächste Abenteuer begann – die Sanierung. Mit viel Engagement, das auch die NRW-Stiftung überzeugte, gelang am Ende der Triumph: Im Februar 2014 wurde das "Schneckenhaus" mit einem großen Festakt eröffnet. Das in neuem Glanz erstrahlende Baudenkmal bietet nunmehr eine energetisch aktuelle, barrierefreie Heimstatt für die Turbo-Sportler. Es entstand aber nicht nur eine Sportstätte, sondern auch ein Treffpunkt – Bistro und Möglichkeiten zur Kinderbetreuung inklusive. Dem Lüdenscheider Heimat- und Geschichtsverein war all das die Auszeichnung "Vorbildlicher Beitrag für eine schöne Stadt" wert. Zudem wurde die "Oberschnecke" (so sagt man es!) Brigitte Klein für den Deutschen Engagementpreis 2014 nominiert.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2014/2


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Der Verein Die Turbo-Schnecken e. V. erwarb die denkmalgeschützte Maschinenhalle Hesse und Jäger, um sie als Sport- und als generationenübergreifende Begegnungsstätte zu nutzen. Unterstützung für das ehrgeizige Vorhaben gab es u. a. vom Land NRW und von der Stadt Lüdenscheid; die NRW-Stiftung beteiligte sich an der Restaurierung der denkmal geschützten Walzund Glühhalle. www.turbo-schnecken.com

Googlemap aufrufenSchneckenhaus – Dein Sport- und Vereinszentrum
Bräuckenstr. 95
Telefon: 0 23 51 / 9 74 44 80
www.turbo-schnecken.com

Bookmark and Share