DIE BAROCKE ORGEL IN CORVEY

KLANGZAUBER IM WELTERBE

Die barocke Orgel steht an dem zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannten Westwerk der Corveyer Kirche.<br />
<small>Bild: W. Noltenhans/onebreaker.de</small>
Die barocke Orgel steht an dem zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannten Westwerk der Corveyer Kirche.
Bild: W. Noltenhans/onebreaker.de
In einer Orgel wird Wind zu Musik. Wenn der Organist spielt, verteilt die sogenannte Windlade – das Herzstück des Instruments – die Luftströme des Gebläses auf die jeweils benötigten Orgelpfeifen. Besonders aufwendig geschieht dies durch die Federn und Ventile einer technischen Variante namens Springlade. Vor genau 333 Jahren schuf der Orgelbaumeister Andreas Schneider aus Höxter in der Corveyer Klosterkirche ein herausragendes Beispiel für diesen Konstrukti-onstypus. Doch den barocken Klangzauber, der das soeben zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Corvey erfüllt, bedroht ein gefährlicher Feind: Die Korrosion durch Bleiacetat – auch Bleizucker genannt – zerfrisst die historischen Orgelpfeifen.

Ein Chorus gegen den Verfall

Vor dem Weltkulturerbe: Stadtdechant Ludger Eilebracht, Stiftungspräsident Harry K. Voigtsberger, Matthias Kämpfer, Eckhard Uhlenberg (NRW-Stiftung), CHORUS-Vorsitzender Hans-Hermann Doninger und Albert Henne (von links).<small>Bild: CHORUS</small>
Vor dem Weltkulturerbe: Stadtdechant Ludger Eilebracht, Stiftungspräsident Harry K. Voigtsberger, Matthias Kämpfer, Eckhard Uhlenberg (NRW-Stiftung), CHORUS-Vorsitzender Hans-Hermann Doninger und Albert Henne (von links).Bild: CHORUS
Zusammen mit früheren Restaurierungsfehlern und weiteren Schäden ist ein so enormer Sanierungsbedarf entstanden, dass die Orgelrettung insgesamt über eine Million Euro kosten wird. 660.000 Euro davon hat CHORUS – das 2007 gegründete "Corveyer Hilfswerk Orgel-Rettung Und Sicherung" – durch Spenden und Fördermittel bereits zusammengebracht. Als auch die NRW-Stiftung ihre Unterstützung zusagte, bedankte sich die Orgel höchstselbst, indem sie sich eine ungewöhnliche Kombination von Musikstücken entlocken ließ, inklusive deutscher Nationalhymne und "Ein Männlein steht im Walde". Kein Zufall: Schließlich war in Corvey jahrelang Heinrich Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar tätig, der nicht nur das Deutschlandlied, sondern auch viele unverwüstliche Kinderlieder verfasst hat.

<small>Bild: W. Noltenhans/onebreaker.de</small>
Bild: W. Noltenhans/onebreaker.de
1874 wurde er in Corvey begraben. Von hier aus ist es übrigens nur eine halbe Autostunde bis zum Orgelmuseum Borgentreich, wo unter anderem die Geheimnisse der Windladen anhand von anschaulichen Modellen erläutert werden.

Stand der Angaben: Stifungsmagazin 1/2014


Kommentare

Sie haben dieses Projekt der NRW-Stiftung bereits besucht? Dann schreiben Sie uns, wie es Ihnen gefallen hat. Kommentar verfassen



Druckversion  [Druckversion]
Die NRW-Stiftung unterstützte den Förderverein CHORUS bei der Rettung der barocken Springladenorgel in Corvey.

Googlemap aufrufenMuseum Höxter-Corvey
(Kulturkreis Höxter-Corvey GmbH)
Schloss Corvey
37671 Höxter
Telefon: 0 52 71/69 40 10 und 6 81 20
www.schloss-corvey.de

Bookmark and Share