INDUSTRIEROUTE IN WUPPERTAL

ZEITREISE MAL DREIZEHN

Im Jahr 1775 wurde das Haus errichtet, in dem Friedrich Engels (1820 - 1895) zwar nicht zur Welt kam, aber aufwuchs. <br />
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Bild: Lars Langemeier
Im Jahr 1775 wurde das Haus errichtet, in dem Friedrich Engels (1820 - 1895) zwar nicht zur Welt kam, aber aufwuchs.

Bild: Lars Langemeier
Im Tal der Wupper leben Menschen schon seit Jahrtausenden, in Wuppertal hingegen erst seit 1930 – denn da erst bekam die im Jahr zuvor gegründete Stadt ihren heutigen Namen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Industrialisierung im "gewerbefleißigen Wuppertale", wie es ein Schriftsteller einst nannte, längst für gewaltige Veränderungen gesorgt. Vor allem die berühmten Textilfabriken trugen dazu bei. Wie aber soll man sich heute noch einen Weg durch die verwirrend- vielfältige Geschichte einer der ältesten Industrieregionen Deutschlands bahnen? Ganz einfach: zu Fuß.

Sein reiches Erbe an historischen Unternehmervillen, Arbeitersiedlungen, Fabrikhallen, Kraftwerken, Schankwirtschaften und vielem mehr macht Wuppertal zu einem Eldorado der Industriegeschichte. Das faszinierende Puzzle fügt sich allerdings nicht sofort zu einem Gesamtbild zusammen. Mit viel Engagement hat daher die "Geschichtswerkstatt Wuppertal" eine Idee umgesetzt, die im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt durch die Vergangenheit führt: Dreizehn beschilderte Stadtteilrouten zeichnen das Werden von Gewerbe, Industrie und Siedlungsentwicklung nach – von der frühen Suche nach Eisenerzen über die Textilfabrikation bis hin zum Verkehr, der in Wuppertal schon durch die Schwebebahn ein ganz besonderes Kapitel ist.

Barmer Artikel weltweit

Der Bautradition des Bergischen Landes folgend ist auch das denkmalgeschütze Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Beyenburg an der Wupper-Talbahn mit Schiefer verkleidet.<br />
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Bild: Lars Langemeier
Der Bautradition des Bergischen Landes folgend ist auch das denkmalgeschütze Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Beyenburg an der Wupper-Talbahn mit Schiefer verkleidet.

Bild: Lars Langemeier
Auf einer der Routen erfährt man zum Beispiel, wie die "Barmer Artikel" die Welt eroberten, sprich: Spitzen, Litzen, Bänder und andere Wuppertaler Flechtwaren. Natürlich ist Industriegeschichte stets auch Sozialgeschichte. Insbesondere Arbeiterleben und -kultur werden daher immer wieder thematisiert. "Es herrscht ein schreckliches Elend unter den niedern Klassen, besonders den Fabrikarbeitern im Wuppertal; syphilitische und Brustkrankheiten herrschen in einer Ausdehnung, die kaum zu glauben ist", notierte 1839 der damals erst 19-jährige Friedrich Engels, selbst Sohn eines Baumwollfabrikanten.
Die Remise der Villa Schmidt in Elberfeld beherbergt heute die Kindertagesstätte "Stoppelhopser".<br />
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Bild: Lars Langemeier
Die Remise der Villa Schmidt in Elberfeld beherbergt heute die Kindertagesstätte "Stoppelhopser".

Bild: Lars Langemeier
Das Haus, in dem er aufwuchs, gehört heute zum "Historischen Zentrum Wuppertal". Hier befi ndet sich auch das "Museum für Frühindustrialisierung", das als zentraler Anker- und Infopunkt für die Industrierouten dient. Nicht verpassen: Im Multivisionsraum des Museums werden Gerüche, Lärm, Hitze und Vibrationen einer alten Textilfabrik am eigenen Leibe erfahrbar.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2013/3


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Die NRW-Stiftung unterstützte die Geschichtswerkstatt des Bergischen Geschichtsvereins e. V., Abteilung Wuppertal, bei der Reali sierung von 13 Rundwegen zum Thema "Fäden, Farben, Wasser, Dampf".

Ausführliche Informationen unter: www.bgv-wuppertal.de
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