BURG HARDENSTEIN IN WITTEN

BESUCH BEI KÖNIG GOLDEMAR

Im März 2010 stürzte eine Zwischenmauer der Hauptburg ein. Umfangreiche Sicherungsarbeiten waren notwendig, um die malerische Ruine wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.<br />
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Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Im März 2010 stürzte eine Zwischenmauer der Hauptburg ein. Umfangreiche Sicherungsarbeiten waren notwendig, um die malerische Ruine wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Zu alten Burgen gehören alte Mären. Nicht überall trifft man aber auf eine so prominente Sagengestalt wie im Fallem von Burg Hardenstein an der Ruhr. Der Zwergenkönig Goldemar, der hier sein Unwesen trieb, kommt schon in mittelalterlichen Texten vor. Im 19. Jahrhundert haben sich unter anderem die berühmten Brüder Grimm mit ihm befasst. Inzwischen ist sein Ruf international, denn es finden sich sogar in der englischen und italienischen Wikipedia Artikel über ihn. Der unsichtbare Goldemar, auch Volmar genannt, soll einst einen Küchenjungen umgebracht haben, der ihm mit einer List die Tarnkappe zu entreißen versuchte. Damit habe der Niedergang der zuvor blühenden Burg begonnen – die jedoch zum Glück auch als Ruine ein sehr reizvolles Ziel an der Ruhr ist.

Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Im Südwestturm von Burg Hardenstein kennt man zwar noch heute "Goldemars Kammer", aber man darf Entwarnung geben: Über das Schicksal der altehrwürdigen Feste wachen längst ausgesprochen gute Geister. Der Verein "Burgfreunde Hardenstein" wurde 1974 gegründet, um die alten Mauern aus Ruhrsandstein vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Mitte des 14. Jahrhunderts waren sie durch die Herren von Hardenberg errichtet worden. In der Nähe der Burg fand schon frühe Bergbautätigkeit statt. Viele Stollen fi nden sich noch heute im Hardensteiner Tal. Schon im 16. Jahrhundert kaum noch für Wohnzwecke genutzt und durch bauliche Vernachlässigung im 18. Jahrhundert begannen die Gebäude schließlich mehr und mehr zu verfallen.

Auf nach Hardenstein

Burg Hardenstein wurde um 1350 von den Herren von Hardenberg erbaut.<br />
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Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Burg Hardenstein wurde um 1350 von den Herren von Hardenberg erbaut.

Bild: Burgfreunde Hardenstein, J. Purbst
Aktuelle Sicherungsarbeiten, die eine zeitweilige Zutrittssperre erzwungen hatten, konnten im Sommer 2012 abgeschlossen werden. Die Burgfreunde warben dafür engagiert um finanzielle Hilfe, an der sich die NRW-Stiftung maßgeblich beteiligte. So wurde die Zukunft einer geschichts-trächtigen Stätte gesichert, ohne die dem Ruhrtal eine malerische Attraktion fehlen würde. Nicht ohne Grund trägt die hier verkehrende Fähre, übrigens die einzige auf der Ruhr, den Namen "Hardenstein". Ob zu Fuß, per Rad, mit dem Schiff oder sogar mit dem Museumszug des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen – Burg Hardenstein und der sehenswerte Bergbauwanderweg Muttental mitsamt der historischen Zeche Nachtigall sind immer einen Ausflug wert. Kein Zweifel: Der Fluch von König Goldemar – Burg Hardenstein solle künftig so unglücklich sein, wie sie vormals glücklich gewesen war – hat seine Wirkung längst verloren!

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2013/3


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Die NRW-Stiftung unterstützte die Burgfreunde Hardenstein e. V. bei der Restaurierung der denkmalgeschützten Burgruine bei Witten im Ruhrtal, die seit dem Sommer 2012 wieder ganz jährig öffentlich zugänglich ist.

Informationen unter: www.burgfreunde-hardenstein.de
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