DAS NATURSCHUTZGEBIET ROTBACHTAL BEI ZÜLPICH

NUR KLATSCHMOHN IST NOCH RÖTER

Seitdem einige Getreideäcker um den Ort Schwerfen nicht mehr mit Herbiziden und Kunstdünger behandelt werden, gibt es wieder solch farbenfrohe Blühaspekte mit Klatschmohn und Kornblume.
Seitdem einige Getreideäcker um den Ort Schwerfen nicht mehr mit Herbiziden und Kunstdünger behandelt werden, gibt es wieder solch farbenfrohe Blühaspekte mit Klatschmohn und Kornblume.
Seinen Namen trägt der Eifeler Rotbach, der westlich von Mechernich entspringt und nach 39 km in die Erft mündet, ganz zu Recht. Wenn es am Oberlauf regnet, führt er regelmäßig braunrotes Wasser. Ursache sind die Felsschichten des Buntsandsteins, die in diesem Teil der Nordeifel die Bodenfarbe bestimmen – natürliche Eisenoxide machen sie rostrot. Ein von diesen Bodenpartikeln gefärbter Bach ist damit etwas völlig normales, auch im Naturschutzgebiet Rotbachtal.

In den Magerrasen des Rotbachtals wachsen Besonderheiten wie Großer Ehrenpreis und Große Sommerwurz (unten links).
In den Magerrasen des Rotbachtals wachsen Besonderheiten wie Großer Ehrenpreis und Große Sommerwurz (unten links).
Im Mittellauf, etwa bei Eicks, wechselt der Bach ins Muschelkalkgebiet. Damit verändert sich auch die Vegetation: An den nach Süden einfallenden Hängen wachsen blumenbunte Kalkmagerrasen. Zahlreiche Arten zeugen von der Wärmegunst des Standorts. Bis vor wenigen Jahren fand man zwischen Wildrosen und Berberitzenbüschen noch einzelne alte Rebstöcke. Inzwischen wird kein Wein mehr angebaut, und der Hang blieb mehr und mehr sich selbst überlassen, seine Steilheit erlaubte keine rentable Nutzung. Neuerdings werden die Magerrasen wieder beweidet. Zuerst haben Ziegen die vielen Weißdorn- und Schlehengebüsche aufgelichtet, die sich von den Rändern her ausbreiten. Dann schaffen Schafe Platz für lichtbedürftige Arten, darunter Orchideen, Sonnenröschen und Große Sommerwurz. Vom Talgrund her hört man im Frühjahr die Nachtigall singen, während nebenan, auf einer Wiese mit strahlend weiß blühenden Pflaumenbäumen, die Rufreihen des Grünspechts ertönen. In den angrenzenden Feldern gehören das Tirilieren der Feldlerche und der dreisilbige Ruf der Wachtel zum alljährlichen Konzert im Frühsommer. Ein Grund für den Artenreichtum in der Umgebung von
 
 
Schwerfen ist, dass einige Feldränder oder ganze Getreideäcker in den letzten Jahren ohne Spritzmittel und Dünger bewirtschaftet werden. So bleibt Platz für Kornblume, Klatschmohn und Kamille. Die bunte Vielfalt der Feldflur rund um Schwerfen verleiht der Landschaft einen Zauber, dem sich niemand entziehen kann. Das fanden offenbar auch die Juroren eines bundesweiten Wettbewerbs, die das Gebiet im Rahmen des Projekts "100 Äcker für die Vielfalt" auszeichneten.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 2/2013


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Zum Schutz und langfristigen Erhalt hat die NRW-Stiftung Flächen im Naturschutzgebiet Rotbachtal bei Zülpich erworben.

Googlemap aufrufenDas beschriebene Teilstück des Rotbachs befindet sich zwischen Sinzenich (Ortsteil von Zülpich) und Eicks (Ortsteil von Mechernich).

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