BERGBAUWANDERWEG

ERZE, EISEN UND ERLEBNISSE

Blick ins Land und in die Geschichte: Der Bergbauwanderweg in Balve-Langenholthausen fürht durch wunderschöne Landschaft.<br />
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Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Blick ins Land und in die Geschichte: Der Bergbauwanderweg in Balve-Langenholthausen fürht durch wunderschöne Landschaft.

Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Das Erzgebirge liegt zwar in Sachsen, aber Gebirge voller Erz gibt es auch in Nordrhein-Westfalen. So wurde im Sauerland schon vor Jahrhunderten Eisen gewonnen. Wie es dabei zuging, erläutert der Bergbauweg im Balver Ortsteil Langenholthausen, der zugleich durch eine sehr reizvolle Landschaft führt. Ein Abstecher zu einem der bedeutendsten Industriedenkmäler in NRW rundet das perfekte Ausflugserlebnis ab.

Die frühesten Spuren der Eisengewinnung in Balve reichen bis in germanische Vorzeiten zurück. Auch im Mittelalter stellte man hier Metall her und profitierte beim Absatz von der Nähe eines wichtigen Handelswegs zwischen Rheinland und Westfalen. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Balver Gebiet dann zu einem Zentrum des frühindustriellen Montanwesens: Das erzhaltige Gestein wurde aus Schächten, Stollen und den trichterartigen "Pingen" in die nah gelegenen Eisenhütten abtransportiert.

Blutsteine

Der Bergbauwanderweg lässt sich auch auf geführten Touren erkunden.<br />
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Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Der Bergbauwanderweg lässt sich auch auf geführten Touren erkunden.

Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Der wertvolle Roteisenstein, wegen seiner Farbe auch Hämatit – "Blutstein" – genannt, kam bei Langenholthausen gleich an mehreren Lagerstätten vor. Die erste Station des Wanderwegs führt denn auch zur ehemaligen Grube Vossloh, sprich: Fuchs-Loh, ein Name, der direkt auf die Gesteinsfärbung anspielt – so wie der Volksmund im benachbarten Rheinland rötliche Farbtöne ja ebenalls gerne als "fussig", also "fuchsig" bezeichnet. Für die Eisenproduktion benötigte man außer dem Erz natürlich Brennmaterial. Vor dem Siegeszug des Steinkohlekoks war das die Holzkohle. Keinesfalls versäumen sollte man daher den Abstecher zur nahen Luisenhütte, deren historischer Holzkohle-Hochofen einen spektakulären Anblick bietet. Die Anlage wurde 2004 als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.

Auch unter die Oberfläche des märkischen Sauerlandes schaut der Bergbauwanderweg und erzählt von Schächten, Gruben und Pingen.<br />
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Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Auch unter die Oberfläche des märkischen Sauerlandes schaut der Bergbauwanderweg und erzählt von Schächten, Gruben und Pingen.

Bild: Historischer Verein Langenholthausen
Dem historischen Verein Langenholthausen ist es zu verdanken, dass der 7,5 Kilometer lange Wanderweg an 13 Stationen mit Informationstafeln ausgestattet ist. Ein Faltblatt mit der genauen Route, Hinweisen zu Einkehrmöglichkeiten und weiteren Tipps gibt es beim Touristikverband Märkisches Sauerland. Wer den Spuren des Erzes folgt, muss zwar nicht durchs Feuer der Hochöfen gehen – mit aufflammender Begeisterung ist aber auf jeden Fall zu rechnen.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 1/2013


Kommentare

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Der Historische Verein Langenholthausen konnte mithilfe der NRW-Stiftung in Balve einen Bergbauwanderweg ausstatten. Er befindet sich in der Nähe der Luisenhütte, die mit Unterstützung der NRW-Stiftung zum Industriemuseum wurde. Informationen und ein Faltblatt gibt es hier: www.maerkischer-kreis-tourismus.de

Googlemap aufrufenStartpunkt des Bergbauwanderweges ist die Hinweistafel mit dem Übersichtsplan am Parkplatz der St. Johannes-Kirche am Barbara-Träger-Platz in Langenholthausen.

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