GESCHICHTSWETTBEWERB

WAR WAS? HEIMAT RUHRGEBIET

Im Schatten rauchender Schlote spielen Kinder an der Zeche Scholven in Gelsenkirchen (1965).<br />
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Bild: Heribert Konopka
Im Schatten rauchender Schlote spielen Kinder an der Zeche Scholven in Gelsenkirchen (1965).

Bild: Heribert Konopka
Fördertürme und Hochöfen, Currywurst und Pommes, Borussia Dortmund und Schalke 04 – das verbinden viele mit dem Ruhrgebiet. Über den größten Ballungsraum Deutschlands gibt es allerdings noch weitaus mehr zu sagen. Über fünf Millionen Menschen leben hier, und für diese Menschen ist das Ruhrgebiet "Heimat" mit einer typischen Mischung aus Bergmannssiedlungen, Kleingärten und den modernen Hightech-Firmen, die der Strukturwandel gebracht hat. Viele sind von nah oder fern hergekommen, andere sind bereits seit Generationen in der Region ansässig und jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, die ihn mit dem Ruhrgebiet verbindet. Doch was macht diese Region zur Heimat? Dieser Frage geht nun ein neuer Geschichtswettbewerb auf den Grund.

Familie in Oberhausen, 1964.<br />
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Bild: Rudolf Holtappel
Familie in Oberhausen, 1964.

Bild: Rudolf Holtappel
Mit dem Titel "War Was? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume" lädt das Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e. V. dazu ein, sich mit der Geschichte des Ruhrgebiets und der eigenen Heimatverbundenheit zu befassen. Der Wettbewerb richtet sich an alle, die sich mit der vielschichtigen Entwicklung vor, während und nach dem Industriezeitalter beschäftigen möchten, die die Geschichte(n) französischer Emigranten, polnischsprachiger Arbeitssuchender oder türkischstämmiger "Gastarbeiter" nachzeichnen möchten. Interessant wäre zu fragen, wie stark etwa die Sprache ("Omma, hömma!"), Musik auf dem Bandoneon, der Humor von Adolf Tegtmeier und Herbert Knebel, regionale Gerichte und Getränke oder auch Gerüche das Heimatgefühl bestimmen. Denkbar wäre auch, die Veränderungen von Lebensgefühl und Lokalpatriotismus in einer Region zu erforschen, in der sich vieles schneller und deutlicher verändert als anderenorts. Arbeiten zur Geschichte von Natur und Umwelt können ebenso eingereicht werden wie Beiträge, die den Verlust von Heimat durch Verfolgung und Vertreibung nachzeichnen.

Die von der Wohnungsgesellschaft "Neue Heimat" gebaute Siedlung Bergmannsfeld in Essen, 1986. Allein in diesem Teil der neu geplanten Oststadt entstanden Wohneinheiten für mehr als 8.000 Menschen.<br />
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Bild: Manfred Scholz
Die von der Wohnungsgesellschaft "Neue Heimat" gebaute Siedlung Bergmannsfeld in Essen, 1986. Allein in diesem Teil der neu geplanten Oststadt entstanden Wohneinheiten für mehr als 8.000 Menschen.

Bild: Manfred Scholz
Gefragt sind besonders Beiträge, die beschreiben, wie schwierig mitunter die Suche nach einer neuen Heimat ist: Im Ruhrgebiet leben Menschen mit Migrationsgeschichten aus etwa 170 Nationen, die den "Ruhrpott" zu einem multikulturellen Schmelztiegel machen. Zur Teilnahme eingeladen sind Schülerinnen und Schüler, Studierende, interessierte Laien und professionelle Historiker, deren Arbeiten in unterschiedlichen Kategorien von einer unabhängigen Jury bewertet und auf einer Veranstaltung im Juni 2014 vorgestellt werden. Als Preissumme stehen 30.000 EUR zur Vergabe aus.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 1/2013


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Der Geschichtswettbewerb "War Was? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume" wird vom Forum Geschichts kultur an Ruhr und Emscher e. V. mit Unterstützung der NRW-Stiftung, der Stiftung Ruhr.2010 und der Stiftung Mercator GmbH durchgeführt. Es können Einzel- oder Gruppenbeiträge eingereicht werden, wobei kreative und neue Formen der Geschichtsbearbeitung wie etwa eine szenische Lesung, ein App-gesteuerter Rundgang oder eine Video-Installation gesondert bewertet werden. Vier gebührenfreie Workshops und Exkursionen bieten Gelegenheit, sich in verschiedene Themen einzuarbeiten und mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2013.
Weitere Informationen gibt es unter www.warwas-ruhr.de.
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