DER BISMARCKTURM IN HAGEN

DER TURM AUF DEM GOLDBERG

Über 100 Jahre schaut der Hagener Birmarckturm bereits über die Stadt. Die Eingangsseite zeigt den Reichadler und das Bismarck-Wappen.<br />
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Foto: Jörg Bielefeld
Über 100 Jahre schaut der Hagener Birmarckturm bereits über die Stadt. Die Eingangsseite zeigt den Reichadler und das Bismarck-Wappen.

Foto: Jörg Bielefeld
Der Goldberg in der westfälischen Stadt Hagen besteht zwar nicht aus purem Edelmetall, die Sage will aber wissen, dass hier einst Gold und Silber abgebaut wurden. Seit 1910 führt durch den Berg ein über zwei Kilometer langer Tunnel, der zu den großen historischen Eisenbahnbauten im heutigen NRW zählt. Schon zehn Jahre zuvor errichtete man auf der etwa 265 Meter hohen Erhebung den mächtigen Hagener Bismarckturm.

1898 schrieb die Deutsche Studentenschaft einen Wettbewerb aus: Gesucht wurde der beste Entwurf für eine turmartige "Feuersäule". Denn überall in Deutschland sollten künftig zum Geburtstag des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815 – 98) helle Ehrensignale aufflammen. Der Siegerentwurf des
Architekten Wilhelm Kreis trug den hochtrabenden Namen "Götterdämmerung" und wurde tatsächlich 47-mal realisiert! So entstand auch auf dem Hagener Goldberg ein 24 Meter hoher Koloss aus Ruhrsandstein.

2006 musste das Gebäude, das den Hagener Bürgern als beliebter Ausflugstreff diente, wegen dringendem Sanierungsbedarf geschlossen werden. Doch der Anfang 2011 gegründete "Förderverein Bismarckturm Hagen" möchte das Wissen um die historischen Hintergründe des Baudenkmals wachhalten und ihm zugleich neues Leben einhauchen. Nach der Sanierung soll auch der Kiosk aus den 1950er-Jahren wiedereröffnet und das umliegende Wiesengelände für Veranstaltungen genutzt werden.

Drei Türme und ein Weg

Eine Hagener Besonderheit ist es, dass hier auch einer der schärfsten Widersacher Bismarcks durch einen Turm geehrt wurde, der liberale Politiker Eugen Richter, der bis zu seinem Tod im Jahr 1906 den Wahlkreis Hagen-Schwelm vertrat. Wer beide Bauwerke besuchen will, sollte den sechs Kilometer langen "Drei-Türme-Weg" entlangwandern. Doch halt – drei Türme? Richtig, denn der Weg führt auch zum Kaiser-Friedrich-Turm. 1903 errichtet, erinnert er an Friedrich III., der 15 Jahre zuvor aufgrund einer Krebserkrankung nur 99 Tage lang Kaiser sein konnte. Wanderweg und Türme bieten großartige Blicke auf Hagen.

Um tatkräftige Hilfe bei dem Vorhaben, den Bismarckturm als Aussichtsturm wieder begehbar zu machen, wirbt der Förderverein in Kooperation mit Radio Hagen unter dem Motto: Machen statt meckern!

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 3/2012


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Die NRW-Stiftung unterstützt den Förderverein Bismarckturm Hagen e. V. bei der denkmalgerechten Sanierung des Turms mit einem Grundbetrag. Außerdem verdoppelt sie Spenden, die der Verein zusätzlich hierfür einwerben kann. Ab Frühjahr 2013 sollen die nächsten beiden Bauabschnitte begonnen werden.

Googlemap aufrufenFörderverein Bismarckturm Hagen e.V.
Margaretenstr. 21
58089 Hagen
E-Mail: info@bismarckturm-hagen.de
Internet: www.bismarck-turm.de

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