BÄRENWALDEICHE

STANDHAFTE MAJESTÄT

Die Bärenwaldeiche hat einenn ungewöhnlich vitalen Stamm und legt jedes Jahr noch an Dicke zu.
Die Bärenwaldeiche hat einenn ungewöhnlich vitalen Stamm und legt jedes Jahr noch an Dicke zu.
Als Christoph Kolumbus 1492 Amerika betrat, zählte die Bärenwaldeiche bereits 130 Lenze. Seit mehr als 650 Jahren steht sie mittlerweile an einem Hang bei Niederholzklau in der Nähe der Stadt Freudenberg. Damit dürfte sie die älteste Bewohnerin des Siegerlandes sein. Schon mehrfach schien ihr Ende nah, doch sie trotzte allen Unbilden der Witterung und überlebte dank engagierter Heimatschützer auch jene früheren Eigentümer, die sie am liebsten ans nächste Sägewerk verkauft hätten.

Über dreißig Meter hoch reckte sich die majestätische Stieleiche in den 1990er-Jahren in den Siegerländer Himmel. Nach dem Verlust der Gipfeläste ist sie heute zwar einige Meter kürzer, aber der ungewöhnlich gerade und vitale Stamm legt noch jedes Jahr an Dicke zu. Drei erwachsene Personen schaffen es nicht, ihn gemeinsam zu umarmen. Ungeklärt ist noch, weshalb der Baum jahrhundertelang geschont wurde. Ob er ein "Malbaum" zwischen benachbarten Gemarkungen war? Nach einem nassauischen Gesetz von 1562 durften solche Grenzbäume nämlich "... keinswegs abgehauen noch gestumpft werden". Bevor die Bärenwaldeiche 1988 als Naturdenkmal ausgewiesen wurde, gab es ein langes Tauziehen um ihren Erhalt.

"Sie ist weiter gewachsen!" – Alfred Becker, Cornelia Bartscherer und Arnold Irle vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein versuchen, den Umfang zu schätzen.
"Sie ist weiter gewachsen!" – Alfred Becker, Cornelia Bartscherer und Arnold Irle vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein versuchen, den Umfang zu schätzen.
Zwei Jahre nach der Unterschutzstellung sprengte ein Blitz einen 20 Meter langen Rindenstreifen vom Stamm und öffnete damit ein Eintrittstor für Holzparasiten jeder Art. Aber man wollte die symbolkräftige Eiche nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Also versorgten Baumchirurgen Stamm und Krone, während Waldarbeiter jene Fichten beseitigten, die ihr den Platz an der Sonne streitig machten. Schließlich beimpfte man den Boden mit zusätzlichen Mykorrhiza-Pilzen, was die Versorgung der Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen verbesserte. Die Verbundenheit der Siegen-Wittgensteiner mit ihrer Eiche geht übrigens weit über die Kreisgrenzen hinaus: Chad Holdsclaw, Nachkomme von Siegerländer Auswanderern, hat vor Jahren einen Sämling mit in die USA genommen. Im Bundesstaat North Carolina hegt er jetzt seine eigene kleine Bärenwaldeiche.

Stand der Angaben: Stiftungsmagazin 01/2012


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Die NRW-Stiftung unterstützte den Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. bei der Veröffentlichung des Buches "Die Bärenwaldeiche – Geschichte, Erkrankung und Genesung einer alten Eiche". Die Broschüre kann für fünf Euro beim Verein
bestellt werden unter 0271 4041482.

www.siegerlaenderheimatverein.de

Googlemap aufrufenSiegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V.
Kornmarkt 26
57072 Siegen

E-Mail:info@siegerlaenderheimatverein.de

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